KML-Regionen können zu einer erheblich besseren Nutzererfahrung beitragen. Mithilfe dieser Funktion können Sie die Sichtbarkeit eng nebeneinander liegender Ortsmarkierungen auf niedrige Höhen beschränken, Bilder mit hoher Auflösung aufteilen und mit zunehmendem Detailgrad anhand von Superoverlays laden sowie neue KML-Dateien dynamisch laden, basierend auf der Position des Betrachters. Regionen werden unter anderem in den folgenden KML-Dateien verwendet:
Animation "NASA Blue
Marble 2004" (OnEarth-Website)
Overlay des Global
Connection Project, bestehend aus NOAA-Bildern nach dem Hurrikan Katrina
"David Rumsey – Historische Karten", verfügbar im Ordner "Empfehlungen" im Google Earth-Fenster "Ebenen"
Zum Erstellen von Regionen gibt es keine Benutzeroberfläche in Google Earth. Daher wird in dieser Anleitung erläutert, wie eine Region durch Ändern einer weiteren KML-Funktion mit ähnlicher Struktur – dem Boden-Overlay – erstellt wird.
Voraussetzungen für das Durcharbeiten dieser Anleitung:
Falls Sie bereits Bild-Overlays in Google Earth gesehen haben, ist Ihnen eventuell aufgefallen, dass diese normalerweise rechteckig sind. Sie legen die Größe und Position eines Bild-Overlays fest, indem Sie die Nord-, Süd-, Ost- und Westkanten des Bildes angeben.
Hinweis: Bild-Overlays werden in Google Earth in KML mithilfe des Tags <GroundOverlay> erstellt. In dieser Anleitung werden beide Begriffe verwendet.


Regionen steuern die Sichtbarkeit von Ortsmarken und anderen KML-Features durch die Definition zweier Parameter:
Regionen definieren entweder ein flaches Rechteck (zweidimensionale Fläche) oder eine 3D-Box (dreidimensionaler Körper) auf der Karte. Da Regionen nicht sichtbar sind, sehen Sie sich das rechteckige KML-Polygon unten links und das extrudierte Polygon bzw. die 3D-Box unten rechts an, die eine Region visualisieren. Beide haben dieselben Nord-, Süd-, Ost- und Westbegrenzungen, bei der "Regionsbox" wurde jedoch noch ein Höhenwert angegeben, wodurch die Region eine Höhe erhält.
Regionen geben auch an, wie groß ihr Rechteck bzw. ihre Box auf dem Bildschirm dargestellt werden muss, damit die Region als aktiv oder inaktiv angesehen wird. Als Maß wird hierzu die Quadratwurzel der Fläche herangezogen, die die Region auf dem Bildschirm belegt, gemessen in Pixeln.
Wenn Sie beispielsweise eine flache Region wie unten links mit minLodPixels gleich 128 definieren, muss die Region mindestens in einer Größe von 128 × 128 Pixeln in Google Earth angezeigt werden, bevor sie aktiv ist. Beachten Sie, dass die 3D-Box unten rechts auch ungefähr mit 128 × 128 Pixeln in Google Earth angezeigt wird, wodurch sie ebenfalls aktiv ist.
Warum sollten Sie Regionen verwenden, die nicht flach sind? 3D-Boxen sind nützlich, wenn Regionen auf dreidimensionale SketchUp-Modelle angewendet werden. Regionen werden verwendet, um Features ein- oder auszuschalten, abhängig von Ihrer Entfernung zu diesen Features.
Wenn bei einem 3D-Modell wie dem Empire State Building (Abbildung unten) die Kamera in Richtung Horizont geneigt ist, können Sie sehr nahe an ein Modell mit einer flachen Region herangehen, ohne dass sie auf dem Bildschirm groß genug dargestellt wird, um die Aktivierung auszulösen. Wenn Sie eine Region als 3D-Box um das Modell legen, können Sie von der Seite auf das Modell blicken, wobei die Aktivierung dennoch bei einer sinnvollen Distanz ausgelöst wird (rechts). Weitere Informationen zum Erstellen von 3D-Regionen mit den Tags <minAltitude> und <maxAltitude> finden Sie im Abschnitt Regionen der KML 2.1-Anleitung.
Die KML-Codes für <GroundOverlay> und <Region> sind sich sehr ähnlich. Beide nutzen eine Ansichtsbegrenzung zur Festlegung der Nord-, Süd-, Ost- und Westkanten. Hier sind die KML-Codes eines einfachen Boden-Overlays (links) und einer Region (rechts) gegenübergestellt:
|
GroundOverlay
|
Region
|
|
<GroundOverlay> |
|
|
<LatLonBox> |
<LatLonAltBox> |
|
</GroundOverlay> |
</Region> |
Bei einem Boden-Overlay wird die Ansichtsbegrenzung <LatLonBox>
genannt. Bei einer Region heißt sie <LatLonAltBox>.
Indem optional die Tags <minAltitude>
und
<maxAltitude> zur LatLonAltBox einer Region
hinzugefügt werden (oben nicht gezeigt), erstellen Sie eine 3D-Region zur Nutzung mit
3D-SketchUp-Modellen.
Nachdem Sie jetzt die Ähnlichkeiten zwischen Boden-Overlays und Regionen kennengelernt haben, erfahren Sie im Folgenden, wie Sie eine Region auf Basis eines Boden-Overlays erstellen. Laden Sie die KMZ-Datei Image Overlay Example (Beispiel eines Bild-Overlays) herunter, sofern Sie dies nicht bereits getan haben, sowie die KMZ-Dateien Brooklyn Hospitals (Krankenhäuser in Brooklyn) und Region Size Guide (Hilfslinien für Regionsgrößen):
Hilfslinien für Regionsgrößen (standardmäßig deaktiviert)
Laden Sie alle obigen Dateien in Google Earth. Nachdem die Datei Brooklyn Hospitals geladen wurde, zoomen Sie von New York City weg. Sie sehen dann, wie sich alle Symbole und Beschriftungen überlappen und aus großen Höhen nicht gut sichtbar sind. Sie können diesen Eindruck mithilfe einer Region verbessern, mit der Sie steuern, wann diese Ortsmarken sichtbar sind.
Das Overlay ist etwas zu groß und für unsere Krankenhäuser etwas falsch platziert. Daher ist der erste Schritt, die Platzierung und Größe des Bild-Overlays anzupassen.
<LatLonAltBox>
<north>40.708019</north>
<south>40.596643</south>
<east>-73.895570</east>
<west>-74.042349</west>
</LatLonAltBox>
<Lod>
<minLodPixels>256</minLodPixels>
</Lod>
<Region>
<LatLonAltBox>
<north>40.708019</north>
<south>40.596643</south>
<east>-73.895570</east>
<west>-74.042349</west>
</LatLonAltBox>
<Lod>
<minLodPixels>256</minLodPixels>
</Lod>
</Region>
<Folder>
<name>Brooklyn Hospitals</name>
PASTE REGION HERE ... other KML tags <Placemark>
<Folder>
<name>Brooklyn Hospitals</name>
<Region>
<LatLonAltBox>
<north>40.708019</north>
<south>40.596643</south>
<east>-73.895570</east>
<west>-74.042349</west>
</LatLonAltBox>
<Lod>
<minLodPixels>256</minLodPixels>
</Lod>
</Region> ... other kml tags <Placemark>

. Sie können diese Datei mit der von Ihnen erstellten
vergleichen, um die Fehlerursache zu finden.Regionen funktionieren nicht nur zusammen mit Ordnern. Sie können sie zu jedem Feature in Google Earth hinzufügen, z. B. zu 3D-Modellen, Ortsmarken, Bild-Overlays, Polygonen und Pfaden. Fügen Sie einfach eine Region in das KML-Tag des Features ein. Berücksichtigen Sie dabei, dass eine Region, die innerhalb eines Features wie einer Ortsmarke oder einem Modell definiert wurde, Vorrang vor einer Region hat, die im übergeordneten Ordner definiert wurde. Dies ermöglicht Ihnen, eine einzelne Region für viele weniger wichtige Ortsmarken in einem Ordner zu definieren, während eine einzelne, wichtige Ortsmarke auch aus größeren Entfernungen sichtbar ist.
Frage: Wann sollte ich Regionen verwenden?
Es gibt viele Anwendungsfälle für Regionen, die meisten davon würden den Rahmen dieser Anleitung sprengen. Hier sind einige wenige Beispiele:
- Bei vielen Ortsmarken, die eng nebeneinander liegen und den Bildschirm unübersichtlich machen
- Zur Anzeige von Bild-Overlays, deren Detailgrad beim Heranzoomen zunimmt, ohne den Computer des Nutzers zu belasten (siehe "Super-Overlays" weiter unten)
- Zur Darstellung einer Feature-Hierarchie, z. B. von Staatsgrenzen, die beim Heranzoomen verschwinden, während Bundeslandgrenzen erscheinen
- 3D-Modelle beeinträchtigen häufig die Computerleistung, sogar dann, wenn die Entfernung zu groß ist, um sie sehen zu können. Mithilfe einer Region können die Modelle ausgeblendet werden, wenn der Nutzer zu weit von ihnen entfernt ist.
- Bildschirm-Overlays können eingeblendet werden, wenn der Nutzer nahe an Features herangekommen ist, für die eine Erklärung oder eine Legende erforderlich ist.
Frage: Was sind gute Pixelwerte für min/maxLodPixels?
Aufgrund der Art und Weise, wie Google Earth das Zoomen von Bildkacheln und anderen Features handhabt, ist ein Wert von 128 Pixeln ideal, aber für Ihre Anforderungen nicht immer praktikabel. Die besten Werte für minLodPixels sind Zweierpotenzen: 64, 128, 256, 512, 1024, 2048 usw. (2^6 = 64, 2^7 = 128), andere Zahlen funktionieren jedoch auch, z. B. 100, 500 und 1000.
Frage: Kann ich es einrichten, dass ein Feature ausgeblendet, wenn ich näher herankomme?
Ja. Verwenden Sie statt <minLodPixels> in Ihrer Region <maxLodPixels>. Wenn der Bildschirmbereich der Region den angegebenen Pixelwert erreicht, wird das Feature bzw. der Ordner ausgeblendet. Diese Methode ist praktisch, wenn Sie beispielsweise Karten mit geringer Auflösung oder historische Satellitenbilder zeigen möchten, die bei großer Entfernung sichtbar sind, aber ausgeblendet werden, wenn man heranzoomt, da sie ansonsten die Satellitenbilder mit hoher Auflösung verdecken würden.
Frage: Was passiert, wenn ich sowohl <minLodPixels> als auch <maxLodPixels> angebe?
Wenn Sie sowohl eine minimale als auch eine maximale Detailstufe für Ihre Region angeben, wird das Feature angezeigt, wenn dessen Größe <minLodPixels> erreicht, und wieder ausgeblendet, wenn es <maxLodPixels> erreicht. Stellen Sie dabei sicher, dass der Maximalwert immer größer als der Minimalwert ist.
Diese Methode ist nützlich, wenn Ihre KML-Datei mehrere Detailstufen enthalten soll. Sie könnten beispielsweise das 3D-SketchUp-Modell einer Pyramide aus großer Höhe lediglich als einfache Ortsmarke darstellen. Wenn der Betrachter näherkommt, wechseln Sie zu einem einfachen Grundriss der Pyramide, der durch ein flaches Polygon realisiert wird. Im Nahbereich lassen Sie schließlich das eigentliche 3D-Modell anzeigen. Für diesen Anwendungsfall benötigen Sie drei Regionen mit demselben Wert für <LatLonAltBox> und verschiedenen überlappenden <Lod>-Werten:
- Einzelne Ortsmarke, sichtbar aus dem Weltraum bis zu mittleren Entfernungen: <maxLodPixels>256</maxLodPixels>
- Polygonumriss der Pyramide, sichtbar aus mittleren bis kurzen Entfernungen: <minLodPixels>256</minLodPixels> und <maxLodPixels>1024</maxLodPixels>
- 3D-Modell der Pyramide: Sichtbar aus kurzen Entfernungen bis zum Nahbereich: <minLodPixels>1024</minLodPixels
Frage: Wie kann ich Features sichtbar machen, unabhängig davon, wie weit ich heran- oder herausgezoomt habe?
Wenn Sie keine maximale Detailstufe angeben, ist der Standardwert -1. Dies bedeutet, dass das Feature sichtbar bleibt, unabhängig davon, wie weit Sie heranzoomen. Wenn Sie keine maximale Detailstufe angeben, ist der Standardwert <maxLodPixels>-1</maxLodPixels>.
Wenn Sie keine minimale Detailstufe angeben, ist der Standardwert 0. Dies bedeutet, dass das Feature sichtbar bleibt, unabhängig davon, wie weit Sie herauszoomen. Wenn Sie diesen Wert explizit angeben möchten, verwenden Sie <minLodPixels>0</minLodPixels>.
Frage: Was ist <min/maxFadeExtent>?
Wie in der KML-Anleitung beschrieben, können Sie den Umfang der Ausblendung für Ihre Region angeben. Damit erreichen Sie, dass ein Feature nicht schlagartig erscheint oder verschwindet, sondern langsam ein- bzw. ausgeblendet wird. Dies ist jedoch nur bei Bild-Overlays, Bildschirm-Overlays, Polygonen und Pfaden möglich. 3D-Modelle und normale Ortsmarken erscheinen und verschwinden sofort.
Frage: Warum erscheint meine Region bei niedrigeren Höhen, wenn ich einen kleineren Monitor verwenden?
Die Größe einer Region auf dem Bildschirm hängt von der Größe des 3D-Darstellungsbereichs von Google Earth ab. Daher erfolgt die Aktivierung bzw. Deaktivierung von Regionen je nach Bildschirmgröße bei unterschiedlichen Höhen. Sie können mit diesem Effekt experimentieren, indem Sie die Größe des Google Earth-Fensters verändern. Da die Kamerahöhe beim Ändern der Größe des Google Earth-Fensters unverändert bleibt, schrumpfen die Bilder, um dieselbe Entfernung zur Erde beizubehalten.
Aufgrund dieses unterschiedlichen Verhaltens sollten Sie Ihre Regionen auf unterschiedlich großen Monitoren testen. Die meisten Google Earth-Nutzer haben einen Monitor mit einer Auflösung von 1024 × 768 Pixeln. Um eine Vorstellung von dem Verhalten auf einem derartigen Monitor zu erhalten, reduzieren Sie den 3D-Darstellungsbereich von Google Earth auf 640 × 480 oder 800 × 600 Pixel. Sie ändern die Darstellungsgröße in Google Earth, indem Sie Ansicht > Ansichtsgröße > Computer-Wiedergabe und anschließend eine Ansichtsgröße wählen.
Regionen können viel mehr, als nur einzelne Features je nach Zoomstufe ein- oder auszuschalten. Indem Sie Netzwerk-Links und Regionen zusammen einsetzen, können Sie ein verschachteltes System von KML-Dateien erstellen, das Ortsmarkierungen oder Bild-Overlays (Superoverlays genannt) lädt, deren Detailgrad bei Heranzoomen zunimmt.
Superoverlays sind zu komplex, als dass sie per Hand in KML erstellt werden könnten. Es gibt einige Tools, die Super-Overlays automatisch erzeugen. Diese Tools teilen in hoher Auflösung vorliegende Bildkacheln auf und generieren KML-Dateien mit Regionen, um immer detailliertere Kacheln beim Heranzoomen laden zu können. Beachten Sie bitte, dass die drei Windows-basierten Programme nicht offiziell von Google empfohlen werden.
Die Python-Programmbibliothek "Regionator" ist auch in der Lage, Tausende Ortsmarkierungen, Polygone und Pfade für eine bessere Darstellung in verschiedene Regionen aufzuteilen. Wenn Sie beispielsweise eine KML-Ebene mit allen Krankenhäusern Europas erstellen möchten – vielleicht mehrere Zehntausend Punkte –, ohne dass bei Betrachtung aus großen Höhen ein völlig überfrachtetes Bild entsteht, wäre Regionator ein geeignetes Tool.
Regionator bietet viele weitere KML-Tools, beispielsweise ein Tool zum Überprüfen von Links, das Ihre KML-Dateien nach Hyperlinks, Bildern und Links zu anderen KML-Dateien durchsucht und fehlende Dateien und fehlerhafte URLs meldet. Bedenken Sie, dass es sich um eine Programmbibliothek in der Sprache Python handelt. Für die Nutzung benötigen Sie Erfahrung in der Programmierung und in der Verwendung der Befehlszeile.
Haben Sie Fragen zu dieser Anleitung? Möchten Sie uns Feedback geben? Tauschen Sie sich mit anderen in der Google Earth Outreach-Diskussionsgruppe aus.