Eine Zukunft mit sauberen Energien bedeutet für Google Investitionen in große, innovative Projekte für saubere Energien, von denen wir annehmen, dass sie sich in der Zukunft zu bedeutenden Energiequellen entwickeln werden. Um Innovation und Entwicklung zu beschleunigen, fördern wir neue Technologien mit beträchtlichen Geldmitteln und Ressourcen. Bis heute haben wir mehr als 915 Millionen US-Dollar in die Branche für erneuerbare Energien investiert, einschließlich Investitionen in Projekte, mit denen 1,8 GW Energie erzeugt werden können. Dies genügt, um 350.000 Haushalte zu versorgen. Unsere Investitionen werden im Folgenden aufgelistet.
Wir haben 94 Millionen US-Dollar in vier Photovoltaik-Solarprojekte investiert, die von Recurrent Energy in der Nähe von Sacramento, Kalifornien, USA, gebaut werden. Diese Projekte haben eine Gesamtkapazität von 88 MW. Das entspricht dem Strom, der von mehr als 13.000 Haushalten verbraucht wird. Wir freuen uns sehr über unsere Partnerschaft mit der globalen Investmentfirma KKR bei ihrer ersten Investition in erneuerbare Energien in den USA. Wir hoffen, dass Projekte für saubere Energie weiterhin neue Kapitalquellen anziehen werden, um die Welt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft voranzubringen. Die durch diese Projekte erzeugte Energie wurde bereits für die nächsten 20 Jahre an den Sacramento Municipal Utility District (SMUD) verkauft. Es sind die ersten Projekte, die im Rahmen ihres FIT-Programms (feed-in tariff) gebaut werden, um das Stromnetz für die Einwohner in der Region um Sacramento umweltfreundlicher zu machen.
Wir haben75 Millionen US-Dollar investiert, um gemeinsam mit Clean Power Finance (CPF) einen Fonds zu schaffen, der bis zu 3000 Hauseigentümern beim Wechsel zu Sonnenenergie hilft. Ein Solarsystem bedeutet eine enorme Wertsteigerung für ein Haus, aber die Investitionskosten stellten in der Vergangenheit eines der größten Hindernisse für Hauseigentümer dar. In den USA fehlen Installateuren von Solaranlagen oft die Mittel, um Kunden Finanzierungsmöglichkeiten anzubieten oder sie selbst bereitzustellen. Für Investoren wie Google, Banken und andere Unternehmen ist es oft schwierig, einen Zugang zum fragmentierten Solarmarkt zu finden und mit einzelnen Hauseigentümern in Verbindung zu treten. Die offene Plattform von Clean Power Finance bringt Installateure mit Investoren in Kontakt, um Hauseigentümern Finanzierungsmöglichkeiten zu bieten. Es handelt sich um ein innovatives, skalierbares Modell, das geschäftlich sinnvoll ist und das Potenzial hat, die Kosten zu senken und die Verbreitung der Sonnenenergienutzung zu beschleunigen.
Beim bis heute größten Geschäft dieser Art investierten wir 280 Millionen US-Dollar in einen SolarCity-Fonds, um zur innovativen Finanzierung für Solarprojekte für Wohnhäuser beizutragen und dadurch saubere Energie leichter verfügbar zu machen. Mit der Unterstützung von Google kann SolarCity, ein Full-Service-Anbieter für Solarsysteme, bis zu 8000 Kunden zusätzlich die Möglichkeit bieten, mithilfe von Solarpacht- oder Strombezugsverträgen auf Sonnenenergie umzusteigen. Dies funktioniert folgendermaßen: SolarCity entwirft gemeinsam mit einem Kunden ein Solarsystem für dessen Haus. Investoren wie Google kaufen das System im Voraus und erhalten im Gegenzug zusammen mit SolarCity einen Anteil an den Pachtzahlungen des Hauseigentümers. Diese Art der innovativen Finanzierung beseitigt eine große Hürde für den Umstieg von Hauseigentümern – die für die Systeme erforderlichen Investitionskosten – und macht Sonnenenergie für Hauseigentümer zu einer Option, die sie sonst nicht erwogen hätten. SolarCity baut derzeit mehr als 15.000 Solarsysteme für Wohnhäuser oder hat sie bereits fertiggestellt – mehr als jedes andere Unternehmen in den USA.
Im Jahr 2008 haben wir über Google.org 10 Millionen US-Dollar in das Startup-Unternehmen Brightsource investiert. Anschließend investierten wir weitere 168 Millionen US-Dollar in sein erstes großangelegtes Solarprojekt namens Ivanpah in der Mojave-Wüste von Kalifornien, USA. Brightsource hat sich auf sogenannte Powertower spezialisiert, eine fortschrittliche solarthermische Technologie, die Heliostaten – dem Sonnenlicht folgende Spiegel – verwendet, um eine enorme Menge an Sonnenenergie auf einen auf einem Turm montierten Empfänger zu richten. Der Empfänger erzeugt Hochddruckdampf, der wiederum einen herkömmlichen Turbinengenerator antreibt, um Strom zu erzeugen. Wenn Ivanpah im Jahr 2013 den Betrieb aufnimmt, wird es 392 MW Sonnenenergie erzeugen und planmäßig sowohl Pacific Gas and Electric als auch Southern California Edison mit so viel Energie versorgen, wie 140.000 Haushalte in Mittel- und Südkalifornien verbrauchen. Es wird das erste große Powertower-Projekt sein, das bei hohen Temperaturen und Drücken effizient arbeitet, und damit die Technologie auf dem Weg zu zuverlässiger, preiswerter, sauberer Energie einen entscheidenden Schritt voranbringen.
Wir haben eine Kapitalbeteiligung von 37,5 % in das entscheidende frühe Entwicklungsstadium des Basissystems von Atlantic Wind Connection (AWC) investiert, ein Projekt zum Bau einer Hochleistungsinfrastruktur für die Übertragung sauberer, zuverlässiger Energie von der Mittelatlantikküste. Nach der Fertigstellung wird sich das AWC-Basissystem über 400 km die Küste entlang von New Jersey bis Virginia erstrecken und die Verbindung von bis zu 7000 MW Offshore-Windenergie ermöglichen, mit der z. B. 1,9 Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden könnten. Das Projekt hilft Bundesstaaten dabei, ihre Ziele und Standards bezüglich erneuerbarer Energien durch Nutzung der in der Region am meisten vorhandenen Ressource zu erreichen. Die Mittelatlantikregion der USA verfügt über eine riesige Offshore-Windressource, die Windturbinen mit mehr als 60.000 MW antreiben könnte, und zwar in flachen Gewässern, sodass die Windturbinen in etwa 15 bis 25 km Entfernung von der Küste installiert werden könnten. Dadurch können stärkere, beständigere Winde genutzt werden und die Windräder wären von Land aus kaum sichtbar. Zusätzlich zur Bereitstellung einer Fülle an sauberer Energie für die Region könnten durch das Projekt Tausende Jobs geschaffen und die Zuverlässigkeit eines der am stärksten belasteten Stromnetze der USA gesteigert werden.
An der Grenze der Mojave-Wüste zu den Tehachapi Mountains in Südkalifornien herrschen starke Winde vor. Dadurch eignet sich dieser Ort hervorragend für Windturbinen. Wir haben insgesamt 157 Millionen US-Dollar in zwei Projekte mit zusammen 270 MW im Alta Wind Energy Center (AWEC) investiert. Bei dieser Investition wird eine Leveraged-Lease-Finanzierung verwendet – eine für die Windenergienutzung neue Finanzstruktur, die Entwicklern wie Investoren Vorteile bietet. Im Rahmen des Projekts werden auch einige der ersten Übertragungsleitungen verwendet, die speziell für die Übertragung erneuerbarer Energien von entfernten, ressourcenreichen Regionen zu großen Bevölkerungszentren entwickelt wurden. Die Energie wird gemäß langfristigen Verträgen an Southern California Edison geliefert, wobei die ersten fünf Alta-Projekte mit einer Leistung von insgesamt 720 MW bereits in Betrieb sind. AWEC allein wird die Windenergieerzeugung von Kalifornien um 30 % steigern und dem Staat helfen, bis 2020 sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen, 33 % seines Bedarfs mit sauberen Energien zu decken.
Shepherd's Flat in Arlington, Oregon, wird mit 845 MW voraussichtlich der größte Windpark der Welt werden und bei seiner Fertigstellung im Jahr 2012 plangemäß so viel Energie erzeugen, wie von 235.000 Haushalten verbraucht wird. Wir haben 100 Millionen US-Dollar in den Windpark investiert, der zudem der größte Windpark sein wird, bei dem in großem Maßstab Permanentmagnetgeneratoren eingesetzt werden – eine hochentwickelte Turbinentechnologie zur Steigerung von Effizienz und Zuverlässigkeit und zur Verringerung der Kosten der Windenergie. Das Projekt wird auch der Region nützen, indem es Kalifornien hilft, seine ehrgeizigen Ziele bezüglich erneuerbarer Energien über eine kostengünstige und saubere Windressource zu erreichen. Der in Shepherd's Flat erzeugte Strom wird gemäß langfristigen Verträgen an Southern California Edison verkauft.
Unsere erste Investition in ein großangelegtes Projekt für erneuerbare Energie beinhaltete 38,8 Millionen US-Dollar für zwei Windparks in North Dakota, die 169,5 MW Energie erzeugen. Die Projekte wurden vom Unternehmen NextEra Energy Resources gebaut, das fortschrittliche Windturbinentechnologie sowie Überwachungs- und Steuerungssysteme verwendet, um eine der kostengünstigsten Quellen für erneuerbare Energie bereitzustellen, die es derzeit gibt. Wir freuen uns sehr über diese Investition, weil sie zum einen den ersten Production Tax Credit (PTC) seit der Finanzkrise von 2008 beinhaltete und zum anderen die erste Tax-Equity-Investition eines Nichtenergieunternehmens darstellte – eine Finanzierungsmethode, die seit 2008 stark eingeschränkt war, wodurch die Umsetzung vielversprechender Projekte verhindert wurde.
Im Jahr 2011 haben wir unsere erste internationale Investition in Höhe von 3,5 Millionen Euro für eine Kapitalbeteiligung von 49 % am Projekt einer kürzlich fertiggestellten Solaranlage in Brandenburg getätigt. Die Einrichtung, eine der größten in Deutschland, hat eine maximale Kapazität von 18,65 MW und wird Energie für mehr als 5000 Haushalte erzeugen. Deutschland bietet einen leistungsfähigen Rahmen für erneuerbare Energien und ist die Heimat vieler führender Technologieunternehmen der Branche. Mehr als 70 % der im Projekt verwendeten Solarmodule stammen von deutschen Herstellern.