Sicherheitstipps unserer Partner

Hier haben verschiedene Kinderschutzorganisationen in Deutschland, mit denen Google eng zusammenarbeitet, wiederkehrende Fragen besorgter Eltern beantwortet.

Allgemeine Tipps

  • Surfen Sie zunächst immer gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Nutzen Sie empfehlenswerte Kinderseiten, insbesondere Suchmaschinen für Kinder.
  • Richten Sie bei jüngeren Kindern eine kindgerechte Website, z. B. eine Kindersuchmaschine, als Startseite ein.
  • Begrenzen Sie die Zeit, die Ihr Kind im Internet verbringt. Soziale Kontakte und Bewegung an der frischen Luft sollten nicht vernachlässigt werden.
  • Der Computer sollte nicht im Kinderzimmer stehen, sondern an einem Ort in der Wohnung, an dem sich die Eltern häufig aufhalten.
  • Ihr Kind sollte nur einen Chat nutzen, der moderiert ist.
  • Informieren Sie Ihr Kind darüber, dass es im Internet auch auf problematische Inhalte stoßen kann, die es nicht versteht, oder die eventuell eine verängstigende Wirkung haben.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es im Internet erlebt hat.
  • Sollten Ihr Kind oder Sie auf problematische, jugendschutzrelevante Angebote gestoßen sein, melden Sie diese an eine Beschwerdestelle.
  • Versuchen Sie sich selbst stets auf dem Laufenden zu halten, um für Ihr Kind ein guter Ansprechpartner zu sein.

Je nach Altersgruppe sollten die Möglichkeiten zur Verwendung des heimischen PC unterschiedlich gestaltet werden:

  • Kinder im Alter bis zu 10 Jahren sollten bei der Nutzung des Internets sehr intensiv begleitet werden. Die üblichen technischen Sicherheitsmaßnahmen reichen in der Regel aus, um Infektionen mit Viren und ähnlich schädlicher Software zu verhindern – aber NICHT, um die Kinder vor Inhalten mit Gewaltdarstellung oder Pornografie zu schützen! Die Eltern sollten daher in jedem Fall bei Problemen oder Schwierigkeiten in der Nähe sein.
  • Ältere Kinder und Jugendliche lassen sich aller Erfahrung nach nur ungern „über die Schulter“ schauen – oder nutzen das Internet, wenn die Eltern nicht dabei sind. Hier helfen nur offene Gespräche, Hinweise auf die möglichen Gefahren und Tipps zur sicheren Benutzung des Computers. Insbesondere in dieser Altersgruppe wird es zur Herausforderung, alles Mögliche am PC auszuprobieren! Dies erfordert in jedem Fall Sicherheitstechnologien wie Virenschutz-Programme und Personal Firewalls, denn gerade hinter den ach so verlockend gestalteten Seiten verbergen sich oft genau die Programme, die so viel Schaden anrichten können.
  • Um Kinder und Jugendliche vor unerwünschten Webinhalten zu schützen, ist der Einsatz von Jugendschutzprogrammen für die Internetnutzung empfehlenswert.

Sicheres Surfen

Fragen:

Antworten:

Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Kind nicht auf ungeeigneten Seiten surft?

  1. Sichere Startseite

    Stellen Sie eine kindgerechte Seite als Browser-Startseite ein. So unterstützen Sie Ihr Kind dabei, schnell und einfach kindgeeignete Angebote im Netz zu finden. Eine geeignete Startseite ist zum Beispiel fragFINN.de. Mit dieser Suchmaschine finden Kinder spannende und kindgeeignete Internetseiten. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie in Google Chrome eine Startseite festlegen.

  2. Standard-Suchanbieter

    Wenn Ihr Browser dies erlaubt, können Sie außerdem fragFINN.de oder eine andere kindgerechte Suchmaschine als Standardsuchanbieter festlegen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie in Google Chrome einen Standardsuchanbieter festlegen.

  3. Eigenes Benutzerkonto

    Richten Sie jedem Benutzer des Computers ein eigenes Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten ein. So kann sich jedes Kind z. B. einen eigenen Bildschirmschoner oder ein eigenes Hintergrundbild auswählen, und die von uns empfohlenen Browser-Einstellungen wirken sich nicht auf die anderen Nutzer aus. Sie können gleichzeitig sicherstellen, dass Ihr Kind keine Programme installieren oder deinstallieren kann. Die obigen Tipps zu den Browsereinstellungen sollten Sie dann in diesem Benutzerkonto durchführen, da sie nicht zwischen Benutzerkonten übertragen werden.

  4. Computer absichern

    • Setzen Sie Jugendschutzprogramme ein, damit sich Ihr Kind auf sicheren Webseiten bewegt.
    • Installieren Sie sicherheitsrelevante Updates von Betriebssystemen und installierter Software zeitnah.
    • Spamfilter für E-Mail-Postfächer und Webfilter, die Werbefenster unterdrücken, können ebenfalls dazu beitragen, die Konfrontation mit nicht für Kinder geeigneten Inhalten zu vermeiden.
    • Antiviren-Schutz und Firewall sollte ebenfalls installiert und aktiviert sein.

Welche Websites sind für Kinder geeignet?

Kindersuchmaschinen bieten eine sehr gute Orientierung, um für Kinder geeignete Internetangebote zu finden. Außerdem helfen sie dabei, die nötigen Kompetenzen zu erwerben, um später im „großen“ Internet Erwachsenensuchmaschinen ganz selbstverständlich und kompetent nutzen zu können. Im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere Suchmaschinen, die sich rein an den Bedürfnissen junger Nutzer orientieren. Die bekanntesten Kindersuchmaschinen sind die Blinde Kuh, fragFINN und Helles Köpfchen.

Neben der übersichtlichen und kindgerechten Gestaltung zeichnen sich Kindersuchmaschinen vor allem dadurch aus, dass Sie nur auf Suchergebnisse verweisen, die von Experten begutachtet wurden und für Kinder unbedenklich und geeignet sind.

Google ist Mitglied im fragFINN e.V. und unterstützt damit fragFINN.de, die sichere Suchmaschine für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Dahinter steht eine umfangreiche Liste aus für Kinder interessanten und unbedenklichen Internetangeboten, die von Medienpädagogen regelmäßig überprüft werden.

Problematische Inhalte

Fragen:

Antworten:

Was sind unzulässige und entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte?

Die rechtliche Beschreibung problematischer Inhalte nimmt der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) vor. Abgesehen von absolut unzulässigen Angeboten, die gar nicht veröffentlicht werden dürfen, und unzulässigen Angeboten, die nur Erwachsenen durch Altersverifikationssysteme zugänglich sind, finden sich auch im Internet Angebote, die Kinder und Jugendliche ängstigen, verwirren oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können.

Erfahren Sie mehr über rechtliche Regelungen des JMStV

Insbesondere pornografische Angebote, Gewaltdarstellungen, rassistische Inhalte, Beschreibungen und Anstiftungen von selbstverletzendem Verhalten sowie die verherrlichende Darstellung von Essstörungen stellen Inhalte dar, bei denen von einer Beeinträchtigung auf Kinder und Jugendliche ausgegangen werden kann. Heranwachsende werden allerdings nicht ausschließlich mit problematischen Inhalten durch Dritte konfrontiert, sondern verursachen diese in einigen Fällen auch selbst. Das Foto mit Freunden auf einer Party und der Kommentar in einem Sozialen Netzwerk über Schulkameraden oder Lehrer greifen aktiv in die Persönlichkeitsrechte Dritter ein und können diese verletzten. Die wohl am häufigsten diskutierte und auch drastischste Form dabei ist das Cyber-Mobbing. Kinder und Jugendliche sind hierbei nicht nur Betroffene, sondern oft auch Täter.

Was kann ich tun, wenn mein Kind auf problematische Websites stößt?

Allgemein gilt:

  • Informieren Sie sich, was Ihre Kinder im Internet suchen. Am besten eignet sich hier ein gemeinsamer Besuch bei einer Suchmaschine.
  • Suchen Sie das Gespräch:
    Welche Seiten besuchen Ihre Kinder/Schüler im Netz und was fasziniert sie an diesen?
    Welche Erfahrungen haben sie mit problematischen Inhalten gemacht?
  • Surfen Sie gemeinsam, tauschen Sie sich aus!

Inhalte, die Sie als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche empfinden, können Sie kostenlos bei der Internet-Beschwerdestelle melden. Diese Beschwerdestelle wird gemeinsam von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) und eco (Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.) betrieben. Für die Einreichung der Beschwerde ist lediglich die Angabe des Namens und einer gültigen E-Mail-Adresse erforderlich. Zusätzlich steht die Beschwerdehotline von jugendschutz.net zur Verfügung.

Cyber-Mobbing

Fragen:

Antworten:

Was genau ist Cyber-Mobbing?

Unter Cyber-Mobbing (hier wird der Begriff synonym zu Cyber-Bullying, E-Mobbing u. Ä. verwendet) versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel – meist über einen längeren Zeitraum.

Cyber-Mobbing findet entweder im Internet (z. B. durch E-Mails, Instant Messenger wie beispielsweise ICQ, in Sozialen Netzwerken, durch Videos auf Portalen etc.) oder per Handy (z. B. durch SMS oder lästige Anrufe etc.) statt. Oft handelt der Täter – den man „Bully“ nennt – anonym, so dass das Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe stammen.

Gerade bei Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen kennen Opfer und Täter einander meist auch in der „realen“ Welt. Die Opfer haben fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte. Cyber-Mobbing geht in der Regel von Personen aus dem eigenen Umfeld aus – der Schule, dem Wohnviertel oder dem Dorf . Fälle, in die gänzlich Fremde involviert sind, sind wenig verbreitet.

Erfahren Sie mehr über die Ausprägungen, Gründe und Motive von Cyber-Mobbing

Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind von Cyber-Mobbing betroffen ist?

Mögliche Anzeichen:

  • Zerbrochene Freundschaften: Es passiert immer wieder, dass ehemals beste Freunde oder Freundinnen zu Opfern bzw. Tätern von Mobbing-Attacken werden, da sie viele Geheimnisse voneinander kennen und diese dann gegeneinander verwenden.
  • Vermehrte gesundheitliche Probleme: Dazu zählen Symptome wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafprobleme oder bedrückte Stimmung.
  • Verhaltensänderungen: Alarmsignale können z. B. eine plötzliche Verschlossenheit oder der Rückzug in andere Welten sein, wie z. B. in Online-Spiele oder Fantasiewelten.
  • Veränderungen in Bezug auf die Schule: Widerwille in die Schule zu gehen oder Schwänzen sowie eine Verschlechterung der schulischen Leistungen können darauf hindeuten, dass ein Kind gemobbt wird.
  • Veränderte Verhaltensweisen während oder nach der Mediennutzung: Erscheint ein Kind traurig, wütend oder verstört, nachdem es das Internet genutzt oder eine SMS gelesen hat, kann dies möglicherweise auf eine negatives Erlebnis hindeuten.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Eltern und Lehrer Cyber-Mobbing in der Schule rechtzeitig erkennen können.

Was können Eltern tun, um ihr Kind zu unterstützen?

Opfer von Cyber-Mobbing brauchen meist Zeit, um sich jemandem anzuvertrauen. Das kann viele Gründe haben: Kinder schämen sich gemobbt zu werden und wollen das Problem alleine lösen, sie möchten nicht als „Petze“ dastehen oder haben Angst vor einem Internet- oder Medienverbot.

Tipps für Eltern, wie sie ihre Kinder unterstützen können:

  • Schaffen Sie eine Atmosphäre, die Ihrem Kind Sicherheit bietet: Machen Sie Ihrem Kind klar, dass Sie seine Probleme ernst nehmen und es immer zu Ihnen kommen kann.
  • Informieren und aufklären: Informieren Sie sich über das Thema und sprechen Sie mit Ihrem Kind allgemein über verantwortungsvollen Mediennutzung, Mobbing und Cyber-Mobbing sowie über den Unterschied zwischen Petzen und Hilfe holen.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, sich selbst zu schützen: Weisen Sie es auf Informations- und Beratungsangebote wie z. B. die „Nummer gegen Kummer“ hin.
  • Bleiben Sie am Ball: Seien Sie geduldig, auch wenn Sie einen Verdacht haben: Opfer von (Cyber-)Mobbing brauchen meist Zeit um sich mitzuteilen.

Falls Ihr Kind mit einem konkreten Anliegen zu Ihnen kommt:
Sofortmaßnahmen:

  • Bewahren Sie Ruhe, hören Sie Ihrem Kind aufmerksam zu und vermeiden Sie voreilige Ratschläge und Verharmlosung.
  • Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie ihm helfen und es schützen werden.
  • Auf beleidigende Emails, SMS o. Ä. sollte Ihr Kind nicht antworten.
  • Den „Cyber-Bully“ ggf. sperren lassen oder melden (Mehr Infos hierzu: Kontaktieren Sie den Service-Anbieter).
  • Sichern Sie Beweise: machen Sie z. B. Screenshots oder speichern Sie SMS.
  • Betonen Sie, dass der Täter falsch handelt, nicht das Opfer.
  • Besprechen und planen Sie die nächsten Schritte gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Sie können sich an die Schule wenden und mit Vertrauenslehrern, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter gemeinsam die weitere Vorgehensweise besprechen. In besonders schweren Fällen, wie bspw. bei Androhung von Gewalt, ist es angemessen sich an die Polizei zu wenden.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihr Kind sich selbst schützen kann in den Klicksafe-Tipps für Jugendliche

Warum mobben Kinder und Jugendliche andere im Internet?

Auslöser für Cyber-Mobbing können vielfältig sein: So können sich bspw. bereits bestehende Konflikte in Klassengemeinschaften ins Internet verlagern oder eine zerbrochene Freundschaft sowie ein aus Langeweile geposteter Kommentar Anlass für Cyber-Mobbing sein.

Erfahren Sie mehr über die Ausprägungen, Gründe und Motive von Cyber-Mobbing

Welche Tipps gibt es für Eltern von Tätern?

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über Mobbing bzw. (Cyber-)Mobbing und machen Sie ihm klar, welche Bedeutung die Handlungen haben und welche Folgen sie nach sich ziehen können.
  • Sprechen Sie über Regeln und Verantwortung im Netz.
  • Überwachen und begleiten Sie die Internetnutzung auf angemessene Weise.
  • Versuchen Sie zu erklären, wie sich das Opfer fühlt, so dass ihr Kind sich einfühlen kann.
  • Sprechen Sie gemeinsam über Wiedergutmachung.
  • Versuchen Sie, die Gründe des Verhaltens herauszufinden und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was es ändern könnte.

Jugendschutzprogramme

Fragen:

Antworten:

Was bedeutet technischer Jugendmedienschutz und was sind Jugendschutzprogramme?

Der Zugang zu problematischen Inhalten kann mithilfe von technischen Lösungen wie Filterschutzsoftware, Altersverifikationssystemen oder zeitlicher Beschränkung eingeschränkt oder verhindert werden.

  • Filterschutzsoftware
    bindet Listen ein, die entweder bestimmte Inhalte sperren oder nur bestimmte Inhalte zulassen
  • Altersverifikationssystem
    ermöglicht die Überprüfung des Alters des Nutzers durch die Abfrage von Personalausweisdaten
  • zeitliche Beschränkung
    stellt sicher, dass bestimmte Inhalte nur zu bestimmten Uhrzeiten aufrufbar sind

In vielen Haushalten sind solche technischen Filtersysteme bereits als Bestandteil von Internet Security Suites (Programmpakete, die hauptsächlich dem Schutz vor Viren und anderer Schadsoftware dienen) vorhanden. Seit relativ kurzer Zeit gibt es nun in Deutschland staatlich anerkannte Jugendschutzprogramme, die bestimmten Anforderungen genügen und erhöhten Schutz bieten.

Warum überhaupt technische Jugendschutzlösungen?

Kinder und Jugendliche sollen sich ihren jeweiligen Entwicklungsständen entsprechend frei im Umgang mit dem Internet entfalten und die Vorteile dieses Mediums auskosten können. Dabei sollten vor allem jüngere Kinder und Internetanfänger von ihren Eltern begleitet werden. Risiken und Gefahren sollten offen angesprochen werden, damit ein Bewusstsein für problematische Inhalte und deren Folgen entstehen kann. Da dies in der Regel jedoch ein langfristiger und sich stetig aktualisierender Lernprozess ist, dienen Jugendschutzprogramme als Ergänzung und Unterstützung. Sie können Schutz bieten z. B. vor übermäßigem Medienkonsum der Kinder, jugendgefährdenden und problematischen Inhalten und ungewollten Kontakten. Dabei ist die Filterung nicht auf die mitgelieferten bzw. von den Filterherstellern gepflegten Listen mit ungeeigneten Internetinhalten beschränkt. Eltern können zusätzlich auch selbst Websites sperren oder freigeben. Einige technische Lösungen erlauben es auch, die Nutzungszeit für Computer bzw. Internetzugang individuell festzulegen. Zeitkontingente sollten dabei jedoch mit den Kindern gemeinsam ausgehandelt werden – z. B. sollten ältere Kinder mehr Zeit eingeräumt bekommen als jüngere. Manche Jugendschutzsoftware ermöglicht es den Eltern zudem, die aufgerufenen Seiten der Kinder nachzuverfolgen, damit die Erlebnisse der Kinder im Bedarfsfall gemeinsam diskutiert und mögliche Risiken thematisiert werden können. Selbstverständlich sollten Eltern dieses Instrument transparent nutzen und mit ihren Kindern darüber sprechen. Technische Schutzlösungen können also auch dazu genutzt werden, sich in der Familie gemeinsam über die gesammelten Interneterfahrungen auszutauschen.

Natürlich bieten Jugendschutzfilter keinen 100%-igen Schutz, denn nicht alle ungeeigneten Inhalte werden zuverlässig blockiert. Kinder und Jugendliche haben oftmals ein sehr gutes technisches Wissen über die Nutzung von Computer und Internet, weshalb ein zuverlässiger Umgehungsschutz von großer Bedeutung ist, damit der Filter nicht mit geringem Aufwand deaktiviert werden kann. Auch aus diesem Grund können solche Lösungen nur eine Ergänzung zu Gesprächen, gemeinsamen Aktivitäten und der Reflexion des Internetgebrauchs sein.

Wie funktionieren Jugendschutzprogramme?

Bei der Filterung von Inhalten gibt es unterschiedliche Verfahren. Alle Jugendschutzprogramme nutzen grundsätzlich mehrere Komponenten:

Welche Anforderungen müssen Jugendschutzprogramme erfüllen?

Die für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen zuständige Behörde, die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM), hat im Rahmen der Anerkennung von Jugendschutzprogrammen die folgenden Kriterien aufgestellt:

  • Nutzerautonomie: Eltern sollen die Möglichkeit haben, den Filter einfach auszuschalten (zum Beispiel per Passwort oder über den eigenen Benutzeraccount) sowie den Filter zu konfigurieren und durch eigene Listen mit Internetadressen zu ergänzen, die für Kinder blockiert oder freigeschaltet werden sollen.
  • Funktionsfähigkeit: Das Jugendschutzprogramm soll möglichst konfliktfrei im jeweiligen System laufen können, sich stets technisch und inhaltlich aktualisieren, für Eltern einfach zu installieren und zu handhaben sein und für Kinder und Jugendliche nicht auf einfache Art und Weise umgehbar sein.
  • Zuverlässigkeit bei der Blockade von Inhalten: Das Jugendschutzprogramm sollte eine Blockadezuverlässigkeit von mindestens 80% aufweisen. Darüber hinaus muss das Jugendschutzprogramm den Zugriff auf alle von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indizierten, also in die Liste der jugendgefährdenden Medien eingetragenen, Internetseiten verhindern. Die Leistungsfähigkeit des Filters muss dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen
  • Altersdifferenzierter Zugang: Das Filterprogramm muss mindestens zwischen den Altersgruppen „bis unter 12 Jahre“, „unter 16 Jahre“ und „16 bis unter 18 Jahre“ differenzieren, standardisierte technische Alterskennzeichen richtig lesen und handhaben können sowie in der Lage sein, mindestens die kindgeeigneten Internetseiten, die in der fragFINN-Whitelist enthalten sind, freizuschalten.
  • Aktualität: Das Jugendschutzprogramm sollte sich den aktuellen technischen Entwicklungen anpassen und dementsprechend technisch und inhaltlich weiterentwickeln.

Wo sind Jugendschutzprogramme zu finden?

Als Partner der Initiative „sicher online gehen“ setzt sich Google für den Kinder- und Jugendschutz im Internet ein. Mit gemeinsamen Informationen und Angeboten des technischen Jugendmedienschutzes wollen Bund, Länder und Wirtschaft Eltern dabei helfen, ihre Kinder beim Aufwachsen mit dem Netz zu begleiten.

Mehr Informationen über Jugendschutzprogramme und die von der Kommission für Jugendmedienschutz anerkannten Produkte auf www.sicher-online-gehen.de