"servicefail" via Bjoern
Soso, man will das alles gar nicht so sehr mit diesen Sozialen Netzwerken, hat uns u.a. die “WuV” jetzt wissen lassen. Weil das eh alles nicht wirklich funktioniere und tendenziell ja überschätzt sei, so wie das ganze Internet. Dabei wäre es vielleicht sinnvoll, Ursachenforschung in die andere Richtung zu betreiben — um dann die Frage zu stellen: Funktioniert das ganze Social-Media-Gedöns vielleicht deswegen nicht, weil man meint, soziale Netzwerke seien eine Art Selbstläufer, bei dem man nur sein Firmenlabel draufpappen und ein bisschen nettes Marketinggewäsch dahersäuseln muss? Weil man meint, ein Kunde, ein Nutzer, ein Leser müsse glücklich sein, nur weil es das Unternehmens seines Misstrauens jetzt auch bei Facebook gibt?
Dass die Bahn momentan in ein veritables Social-Media-Desaster mit ihrer Kampagne zur Einführung eines neues Tickets schlittert, ist noch nicht mal ein so großes Wunder. Wer momentan mit einem unbeherrschbaren Thema wie Stuttgart 21 zu kämpfen hat, darf sich nicht wundern, wenn dann auch ein Kanal wie Facebook mit dem Thema zugeballert wird, selbst wenn man nur ein Ticket verkaufen will. Ausnahmesituation also (obwohl bei der Bahn die Ausnahmesituation ja fast schon wieder Alltag ist). Erstaunlicher und bezeichnender ist der dunkelgraue Social-Media-Alltag von Firmen und Medienunternehmen, die zwar postulieren, die Segnungen begriffen haben, dann aber letztendlich doch nur RSS-Feeds irgendwo reinlaufen lassen oder albernes Werbedeutsch verbreiten.
Nehmen wir mal die Freunde von der Telekom, die gerade eben ihr Monopol mit dem iPhone verloren hat. Keine Ahnung, ob man auch deswegen in sozialen Netzwerken einiges an Aktivität an den Tag legt. Jedenfalls gibt es die Telekom bei Facebook, wo man sich als Produktester für ein neues HTC-Handy bewerben kann (was natürlich nichts mit dem Verlust des iPhones-Monopols zu tun hat, trotzdem schwärmt man jetzt schon wie wild vom neuen HTC). Und bei Twitter gibt´s einen Account namens @Telekom_hilft.
Bisher war mir dieser Kanal nicht so sehr durch tatkräftige (Über-)Lebenshilfe im magentafarbenen Dschungel aufgefallen. Sondern eher als Werbesäusler, die in einer Tour auf neue Produkte und Tarife hinweisen und ansonsten den Tag gerne mit dem Hinweis beenden, dass er supisupisupi war und dass man sich eigentlich nichts Schöneres denken kann, als den ganzen Tag “Service in 140 Zeichen” anzubieten. Normalerweise bin ich ja dafür, solche “We love what we do”-Gesummsel nicht mal zu ignorieren. Aber weil ich am Freitag ziemlich spontan ein kleines T-Mobile-Problem bekommen habe, dachte ich mir: Versuchst du es mal. Zumal ich es zunächst auf konventionellem Weg versucht hatte und eine Mail an eine Adresse geschrieben hatte, die ja in sich schon irgendwie ein Paradox ist: kundenservice@t-mobile.de. Und immerhin, innerhalb allerkürzester Zeit kam tatsächlich eine Antwort:
Nun gut, denkt man sich, ist zwar automatisiert, aber besser als nix. Und “in Kürze”, das klingt vielversprechend, wenn auch relativ. Zumal ich schon mal früher dorthin hingeschrieben habe und erst nach drei Tagen eine manuelle Antwort erhielt, in der man mitteilen ließ, da leider auch nicht weiterhelfen zu können. Die Frage, ob man eigentlich immer drei Tage für eine solche Antwort benötige, ließ der Kundenservice unbeantwortet (sie werden wissen warum). Passiert ist jedenfalls auch diesmal, was irgendwie zu erwarten war: Auch wenn Kürze ein relativer Begriff ist, habe ich nach ein paar Stunden dann doch etwas die Geduld verloren, zumal meine Frage eine eher simple (trotzdem aber dringende) war. Also nochmal geschrieben, mit dem Hinweis, dass meine Frage simpel, aber dringend sei. Und ob es möglich sei, sie noch heute im Laufe des Tages zu beantworten (die ursprüngliche Mail hatte ich am ziemlich frühen Vormittag geschrieben).
Und weil es ja nicht so ist, dass die Telekom auf drängelnde Kunden nicht eingestellt wäre, kam die Antwort umgehend. Nämlich mit einer Mail (standarisiert), dass ich mich offensichtlich nochmals mit meinem Anliegen an T-Mobile gewendet habe und dass ich schon in Kürze…
Das mit der Kürze kennt man ja inzwischen bei den hilfsbereiten Herrschaften. Weswegen mir in meinem ganzen Elend einfiel: @Telekom_hilft! Twitter! Service in 140 Zeichen! Meine Rettung. Deshalb Frage und Bitte in 140 Zeichen:
Die Herrschaften von @Telekom_hilft kreieren danach eine völlig neue Form: Service in null Zeichen! Sprich: keine Antwort. Aber möglicherweise habe ich mich ja auch einfach nur missverständlich ausgedrückt, oder jemand hat den Tweet übersehen oder die sind überlastet, weil so viele Menschen gerade Service in 140 Zeichen wollen. Was aber irgendwie nicht wirklich plausibel ist, weil man immerhin zwischendrin Zeit für die generelle Miteilung gefunden hat, dass das iPhone ein tolles Telefon, aber das neue HTC mindestens genauso gut sei. Also nutze ich die Gelegenheit, als der Account gerade mal wieder postuliert, wie geil das ist, wenn man den ganzen Tag jemandem helfen könne, um vorsichtig nochmal die Hand zu heben:
Überrascht, dass es wieder keine Antwort gab? Nein? Ich zwar auch nicht, aber ich kann ja hartnäckig wie Beulenpest sein. Und deswegen nochmal der Versuch, diesmal in etwas, nunja, deutlicheren Worten:
Danach: Kapitulation. Drei Tweets, drei Mails, keine Reaktion, außer der vollautomatisierten, dass man bestimmt in Kürze irgendwann vielleicht mal antworten werde. Das heißt, halt…da gibt´s ja auch noch Facebook, wo sich die kundenfreundliche Telekom inzwischen ebenfalls versammelt hat und dort bejubelt, dass man seit September schon über 2000 Fans gewonnen habe (nebenbei bemerkt ist auch das so eine Sache: Um eine Antwort auf eine Frage zu bekommen, MUSS ich Fan dieser Seite sein, was sprachlich gesehen irgendwie Panne ist. Ich will kein “Fan” eines Konzerns werden und Freund eigentlich auch nicht, ich will verdammt noch mal nur eine Antwort auf eine Frage).
I
ch verpasse der Seite also auch einen Like-Button, was zu den dreistesten Lügen meines Lebens gehört. Die kleine Flunkerei lohnt sich zudem nicht, weil der Großkonzern Telekom soziale Netze so verstanden hat, wie man sie in der analogen Welt eben so versteht: Es gibt Facebook-Bürozeiten, das Netz schläft am Wochenende. Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr. Wer danach oder dazwischen irgendwie mit seinem frisch gewonnen Freund Telekom kommunizieren will, hat Pech gehabt (und ich gehe davon aus, dass dies angesichts des morgigen Feiertages auch für den Montag gilt). Kein Wunder also, dass man bei Facebook eine ganze Reihe von kleinen Problemen und unfreundlichen Beschimpfungen lesen kann, die unkommentiert bleiben. Es ist ja schließlich Wochenende und am Wochenende hat auch das Netz Ruhe zu geben. Einer beschwert sich interessanterweise, dass Kundenservice und Qualitätsmanagement zwischenzeitlich anscheinend wieder auf altem und damit leider nicht so sehr zufriedenstellenden Niveau angekommen seien. Antworten gibt es keine, man liest aber in den Dialogen mit den Kunden dafür umso lieber den Hinweis auf die neuen Kracher-Tarife und natürlich das neue HTC, das ich nicht kenne und momentan auch nicht kennenlernen will, weil ich es schon für nervig genug halte, dass mein iPhone gerade nicht will und ich von der hilfsbereiten Telekom keinerlei Antwort bekomme und vermuten muss, dass dies frühestens am Dienstag der Fall sein wird, rund 100 Stunden nach meiner ersten Mail. Wenn überhaupt. Die müssen ja vermutlich erst mal den ganzen Krempel des langen Wochenendes abarbeiten.
Soziale Netzwerke funktionieren nicht? Das Problem ist ein anderes: dass nämlich viele — Redaktionen und Medienhäuser keineswegs ausgenommen — schlichtweg nicht begriffen haben, wie das funktionieren könnte. Wer sich in ein soziales Netzwerk begibt, gibt gleichzeitig ein Versprechen ab. Das Versprechen, kommunizieren zu wollen. Und keineswegs nur Werbungsgesumms abzuliefern. Zumindest könnte man das als Kunde, der ja immerhin gleich Fan werden soll, erwarten. Standardmails, automatisierte Feeds und vollständig sinnbefreites Gerede will man dort also gerade nicht (gut, das will man sonst auch nicht, aber hier noch weniger).
In der W&V, um auf den Anfang zurückzukommen, postuliert man u.a., dass es das eine oder andere Unternehmen gegeben habe, dass ungebremst in einen Social-Media-Gau geraten sei. Man muss kein Internet-Hasser sein, um zu prophezeien: Da wird es auch weiterhin einige geben. Weil sie sich immer noch weigern, sich ernsthaft mit jenem Medium zu beschäftigen, das ihnen irgendwann mal die Zukunft sichern soll. Mein nächstes iPhone jedenfalls kaufe ich bei Apple, vertragsfrei. Ist das nicht hübsch bezeichnend?
Update 1.11. 16 Uhr: Der Twitter-Account @Telekom_hilft hat sich inzwischen gemeldet und bedauert, dass sich der Kundenservice noch nicht gemeldet hat. Ich solle ihnen doch bitte followen, damit wir per DM kommunizieren könnten. Ich followe denen zwar schon lange, aber immerhin, ein Lebenszeichen. Was man vom Kundenservice nach wie vor nicht sagen kann.
Update 1.11., 18 Uhr: Via DM hat sich der Twitter-Account jetzt bei mir gemeldet und darum gebeten, dass ich per Mail meine Kundendaten schicke. Habe ich jetzt gemacht. Verstehen muss ich das ja jetzt nicht, oder? Der Kundenservice, den ich am Freitag vormittag und somit vor über 100 Stunden angemailt habe, schweigt. Dafür bekomme ich Tweets von der Telekom, dass ich ihnen mailen soll.
- Blog this on Blogger
- Abonniere die Kommentare für diesen Beitrag
- Empfehle diesen Artikel bei del.icio.us
- Digg this!
- Veröffentliche dies bei Diigo
- Post on Google Buzz
- Füge hinzu zu Mister Wong
- Empfehle diesen Artikel bei Mixx
- Empfehle diesen Artikel bei Reddit
- Bei StumbleUpon einstellen
- Empfehle diesen Artikel bei Technorati
- Twittere diesen Artikel!
- Empfehle diesen Artikel bei Facebook
Es berührt mich schon ein wenig und macht mich nachdenklich, daß jeder Werkstattbesuch bei der Marke Mercedes oder Marke Smart mich irgendwie traurig hinterläßt. Gerade nach Einführung des neuen Slogans “Das Beste oder nichts” hatte ich natürlich wahre Wunder bei Mercedes selbst erwartet – und einen frischen Wind im ganzen Konzern. Aber es kommt ja immer anders als man denkt:
01 – In der Apotheke Mercedes, das ist klar, muß man schon Privatpatient sein, sonst schmerzt es ganz schön. Aber gerade Privatpatienten sind es nicht gewohnt zu warten:
Wenn von zwei Mercedes-Rezeptionen nur eine geöffnet ist, dauert es schon mal doppelt so lange, bis man die erste Hürde, die Dame am Empfang, genommen hat. Seltsam, zumal man vorher explizit einen Termin zur Reparatur vereinbarte.
Noch seltsamer, daß die Dame einem dann eröffnet, nun doch noch eine halbe Stunde auf die persönliche Annahme durch die Werkstatt selbst warten zu müssen: - Gerne können Sie sich noch einen Moment setzen. – Wie lange dauert bei Mercedes ein Moment? – Ungefähr eine halbe Stunde. – Eine halbe Stunde?
Obwohl ich einen Termin für 14 Uhr habe? – Das ist bei uns in letzter
Zeit immer so. – Das ist beruhigend. – Wir tun unser Bestes. Klar, das Beste oder nichts.
18 Minuten später erläutert mir der nette wirklich Verantwortliche, ‘daß man meinen Wagen mitnichten heute reparieren könne, denn wenn die Kopfdichtung kaputt ist oder … dann dauert das 2 Tage, und es sei auch gar keine Bühne frei’.
Auf meinen Einwand, einen Reparatur-Termin zu haben, antwortet er nett, davon wisse er nichts. Er gäbe aber sein Bestes. Klar, das Beste oder nichts. Ich weiß. Ich kann es schon nicht mehr hören, auch wenn es Zufall ist und bestimmt nicht einstudiert.
Nach 55 Minuten kommt er und eröffnet mir, daß der Wagen nicht notgesprengt, sondern nur ein Schlauch getauscht werden müsse. - Was kostet das? – Das muß ich kalkulieren. – Das würde mich freuen. – Dann wissen Sie es genau. – Danke.
Natürlich ist der Schlauch nicht vorrätig, aber morgen dann, das müsse klappen. - 160 Euro, ich habe es extra kalkuliert. – Danke.
Ich frage bei Mercedes immer nach den Kosten, allein weil Mercedes von selbst nicht davon anfängt. Es muß ja gemacht werden, es ist nicht verhandelbar. Alternativlos, sozusagen. Klar. Das Beste oder nichts, denke ich.
Nun, 2 Tage später hole ich den Wagen und zahle, na, wer rät’s? 260 Euro! Tja, warum auch nicht, der nette wirklich Verantwortliche hatte vergessen, den Frostschutz im Kühlmittel zu berechnen – und der kostet allein schlappe 55 Euro! Der Winter kann kommen. Die restlichen 45 Euro fressen die Kleinteile - die kalkuliere ich nie.
Der Mensch, könnte man denken, gehört bestraft, wenn er einen Mercedes kauft – und erst recht, wenn er ihn in eine Mercedes-Werkstatt bringt. Und genau das ist das Problem von Mercedes. Ein Werkstattbesuch darf nicht Strafe sein, sondern muß Erholung sein, Oase vom grauen Alltag, nicht dessen Extrapolation. Der Besuch muß wiedergutmachen, nicht noch in der Wunde des kaputten Mercedes bohren.
(Ich war übrigens nicht der Einzige der zuerst sauer wegen der übermäßigen Warterei, dann sauer wegen fehlener Ersatzteile, und schließlich sauer wegen der hohen Kosten war.)
“Das Beste oder nichts”, Freunde, das fühlt sich für mich ganz anders an!
02 – Bei Smart erklärte man meiner Freundin zum Motorölverlust, daß man sich damit abfinden müsse, daß bei 60.000 km der Motor auch langsam am Ende ist. Schock! 60.000? Ist der Smart doch nur ein Spielzeug und gar kein Auto? Oder will hier wiedermal nur jemand so richtig an uns verdienen?
Zwei Tage später ruft der Kundenservice an, um zu erfragen, wie zufrieden wir mit dem Werkstattbesuch waren. Ich antworte wahrheitsgemäß, daß ich verwundert sei, einen Motor nach schlappen 60.000 (vielleicht) zu verlieren. Ich beeindrucke die Dame mit meiner Trauer, sie verspricht, sich zu erkundigen und mich schleunigst zurückzurufen. Ich habe nie wieder von ihr gehört. Warum auch.
Weitere 2 Tage später die erneute(!) Nachfrage nach unserem Befinden. Eine andere Dame, der gleiche Verlauf (weil erstere gar nichts eingetragen hatte). - Ich rufe sie umgehend zurück. – Das hat ihre Kollegin auch gesagt. – Ich bin nicht meine Kollegin. – Ihr Wort in Smartens Ohr! Nein, auch von ihr haben wir nichts mehr gehört.
Ich höre und lese gerne von neuen Modellen, schnellen SLS AMG Sportwagen, smarten Moves, cooler Kommunikation. Allein, warum sollte ich demnächst einen Wagen kaufen, bei dem ich weiß, vom ‘Besten oder nichts’ bleibt mir doch nur letzteres? Was nutzt mir also eine Marke, deren Produkt (und dazu gehört für mich nunmal der Service) nicht hält, was die Marke mir verspricht?
Nicht im Hochglanz, sondern im tristen Alltag muß die Marke ihre Versprechen einlösen, die hochgesteckten Erwartungen erfüllen, die hohen Preise rechtfertigen. Im Alltag, in der Werkstatt, im Service, im Dialog zeigt sich die Stärke, Intelligenz, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit einer Marke.
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Verwandte Artikel
- Kundenbindung für 1 Euro 30! (63)
- Das Beste oder nichts: Markenführung bis zum Exzem (18)
- Wo das Mercedes Soundlogo wirklich herkommt… (13)
- Unser täglich Link (3)
- Unser täglich Link (0)
Am 19.08.2010 hat o2 seinen Kunden bewiesen, wie billig der Netzaufbau ist. Eine einzelne Lokation fällt aus, und der “Single point of failure” – etwas dass jeder Techniker zu vermeiden sucht – sorgt dafür, dass über Stunden jegliche Mobilkommunikation für Hansenet- und o2-Kunden buchstäblich ins Wasser fiel.
Nun kommt eben über Twitter die offizielle Meldung von des Hansenet-Marketing (oder schon Telefonica?) rein:
Die Netzstörung am 19.8. im Raum HH tut uns leid. Als kleine Wiedergutmachung simsen alle Alice Mobile-Kunden am 4.+5.9. in D kostenlos!(AL)
Was bitte soll denn das? Ich zum Beispiel werden an den beiden Tagen wahrscheinlich gar nicht in Deutschland sein. Also geht diese Art von “Wiedergutmachung” voll am Verbraucher vorbei. Wenn wir uns mal die realen Kosten anschauen, die dem Carrier bei Telefonaten und SMS entstehen, so ist dieses Angebot im Millicent-Bereich angesiedelt. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur kostet Geld. Die Nutzung derselben ist Pippifax.
Auch muss die Frage erlaubt sein, wem ein echter Schaden entsteht, wenn das Mobiltelefon nicht nutz- und erreichbar ist. Wenn wir diese Personengruppe einmal als “Geschäftleute” und “mobile Internetuser” definieren und diese in Relation bringen mit der Klientel “SMS sendende Kunden”, haben wir welche Übereinstimmung dieser beiden Kundengruppen? 5%? Vielleicht?
Aber es liest sich toll, wenn Alice schreibt: Wiedergutmachung. Leider völlig am Geschädigten vorbei wieder gut gemacht, als wenn ich Werner eine Ohrfeige haue und Beate dafür Schmerzensgeld zahle. Vielleicht sollte Hansenet einmal Gedanken um Nutzstrukturen machen und in Sachen Marketing etwas kleinere Brötchen backen.
Ähnliche Beiträge:
Copyright © 2010 by rz.koepke.net
This feed is for personal, non-commercial use only.
The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:
12gg3jj5ll45hh3jk56kk45h234lkj6gj645787g)
Feel free to Flattr this post at flattr.com, if you like it.
Bislang keine Kommentare | Add to del.icio.us Tags: Alice, Aufrechterhaltung, Carrier, deutschland, Frage, Hansenet, Infrastruktur, Internetuser, Klientel, Kosten, Kunde, Kundengruppe, Lokation, marketing, Millicent-Bereich, Mobilkommunikation, mobiltelefon, Netzaufbau, Nutzstrukturen, Personengruppe, Pippifax, Point, Relation, Schaden, SMS, Techniker, Telefonat, Telefonica, twitter, Verbraucher, Vielleicht, Wasser, Wiedergutmachung
Gerade bei twitter gelesen.
Mal sehen wer da was von wem “geborgt” hat, aber wenn es ist wie es aussieht, so sollte in der “Markenbildung” nicht unbedingt das gewollte Image transportieren.
Mag sich jeder sein eigenes Bild machen. Wie seht ihr das? Was bedeutet das für die Agentur/ den Ergo Konzern?
Auch die Financial Times hat einen Artikel dazu veröffentlicht und schreibt unter anderem:
Auch Robert Stolle, Managing Director der Agentur, weist den Verdacht zurück – ebenso wie den Vorwurf des Plagiats. “Die ein oder andere Szene stellt einzelne Sekundenausschnitte aus einem 100-minütigen Film dar, die weder inhaltlich noch von der Stimmung her in irgendeinem Zusammenhang mit unserer Kampagne stehen”, sagt er. Auch bei den zwei anderen Ergo-Werbefilme handle es sich nicht um Kopien. “Aber wenn man lange genug sucht, findet man auch hier sicherlich Parallelen.”
Dennoch ist der Beigeschmack da und ein “authentisch” wirken eher fragwürdig. Denke ich zumindest.
Den ganzen FTD Artikel gibt es hier zum nachlesen.
Wie intrusiv darf Online-Werbung sein, oder anders gefragt: sollte erfolgreiche Online-Werbung sämtliche technischen Möglichkeit nutzen, die kostbare Aufmerksamkeit des User um jeden Preis zu erhaschen? Die Frage klingt verdächtig nach einer suggestiven Nona-Einleitung — allerdings scheinen einige vermarktende Kollegen im Eifer des Impression-Gefechts zu ganz anderen Ergebnissen zu kommen als der gesunde Hausverstand. Zumindest legt dies ein aktuelles Beispiel des Facebook Game-Providers Rock You! nahe. Doch man muss man gar nicht erst online gehen, um auf Spammer zu stoßen.
RockYou! (ehemals “Rock you live”) und Zynga sind die zwei größten Anbieter von Facebook-Spielen. Zu den erfolgreichsten RockYou!-Apps gehört “Zoo”, ein Sammel– und Wirtschaftsspiel, dessen RPG-artigem Simpel-Charme nicht nur Karnivoren verfallen. (Mhmmm, die Tierchen sehen ja alle sooo lecker aus!) RockYou! bietet schon eine ganze Weile lang die direkte Verrechnung von Aufmerksamkeit in Geld an: wer freiwillige Werbevideos guckt, bekommt Facebook-Credits, mit denen man wiederum besonders rare Tierarten kaufen kann. Facebook-App-Anbietern sind bekanntlich auf den “Content Canvas” beschränkt, sprich die rechte Seitenspalte mit den altbekannten Facebook-Ads bleibt immer sichtbar.
Als Werbeflächte können die Betreiber nur das Spiel selbst nutzen. Zoo ist, wie die meisten Games, komplett in Flash programmiert — und das verlockt anscheinend zu wilden Experimenten: seit kurzem blendet die Applikation beim ersten Laden unterhalb des eigentlichen “Spielfelds” ein Flash–Video ohne Bedienelemente ein, das automatisch startet. Selbst auf größeren Bildschirmen liegt der Clip “below the fold”, also unterhalb des sichtbaren Bildschirmbereichs, dafür dudelt bei aufgedrehten Boxen der Ton umso penetranter los. Als heute (ja, ich spiel Zoo. Natürlich *nur* aus Recherchegründen) eine nicht enden wollende Werbung für Vanish Oxy Irgendwas erklangt, beschuldigte ich im Geiste zuerst sämtlich anderen Browser und –Tabs, dachte einen kurzen Moment lag gar an einen Virus-artige Adware, bis ich das gar nicht mal so leicht auszumachende Video beim Runterscrollen entdeckt.
Solche Werbung wirkt ungemein “gut”: Vanish-Irgendwas-Produkte kauf ich garantiert nie mehr, aber ich nehm nicht an, dass die Kampagne von der Konkurrenz bezahlt wird. Erstaunt hat mich aber allemal, dass die Lokalisierung wohl recht gut funktioniert und sich offensichtlich sogar für den deutschsprachigen Raum Werbekunden finden, die meinen, mit akustischer Invasion des Arbeitsplatzes ihre Verkaufszahlen steigern zu können. Und weil Spiele immer ein guter Online-Marketing Trendindikator sind, steht uns da Flash–mäßig im Social Web wohl noch einiges ins Haus!
Unterjubeln vs. Interesse wecken?
WWW steht eigentlich für World Wide Web und nicht für wildgewordene Werbewirtschaft. Trotzdem gehören erektile Spams aus den Abteilungen Penisvergrößerung/-längerung zum täglichen Internet-Brot wie langweilige Kurzhaarfrisuren zur ORF-Moderatorinnen. (Nein, das ist nicht beleidigend. Ich hätte ja erstens “furchbare Frisuren” schreiben können und zweitens handelt sich’s sowieso nur um persönliche Meinung.)
Die Geschichte der randständigen Online-Werbung ist weniger eine Geschichte der Missverständnisse als vielmehr eine des Wettlaufs zwischen Technologie und Intrusion: kaum kam jede dahergelaufene Safety-Suite mit einem Pop-Up Blocker an Board, poppten uns die Werbebotschaften via DHTML-Layer entgegen — die oder der eine oder andere hat die immer wieder mal hier auf datenschmutz aufpoppende freundliche Erinnerung zum wohlwollenden Bezug des Newsletters gewiss bemerkt.
Und was soll ich sagen? Es funktioniert einfach verdammt gut. Die Hälfte meiner Newsletter-Anmeldungen bekomm ich über die Seitenleiste, die andere Hälfte über das Pop-Up. Man muss als Werbetreibender also abwiegen, wie interessant die eigene Botschaft für den Leser sein könnte — wie gut ein Werbemittel “wirkt” (also im Online-Bereich Klicks respektive Conversions generiert), ist der beste und direkteste Indikator für das Interesse des Users. Webmaster, die ihre Besucher mit aufdringlicher Dauerwerbung nerven, schaden mittelfristig ohnehin ihrer eigenen Seite. (Es sei denn, die Inhalte sind derart “unique” und attraktiv, dass sabberende Surfer so ziemlich jede Browser-Vergewaltigung über sich ergehen lassen müssen wollen. Aber da nähern wir uns bereits Triple-X und Torrent-Gefilden, und das wär ein Posting für sich.)
Der Offline-Spammer
Als “Spam” bezeichnen wir unverlangt zugestellte Mails — eine Praxis, die im analogen Pendant zur E-Mail-Box schon lange gang und gäbe ist. Doch während sich die unerwünscht Papierflut im Postkasten mittels “nur persönlich adressierte Sendungen” abstellen lässt, bleibt speziell den Nutzern recht alter E-Mail-Adressen nur ein möglichst guter Spamfilter.
In der analogen Welt sollten, zumindest in der Theorie, ein Sticker, der nicht persönlich adressierte Sendungen entschieden zurück weist, ausreichen. Die meisten Zettelverteiler halten sich auch dran — nicht so ein Gewichts-Verlust-Experte, den ich via außen am Briefkasten angehefteten Zettel kennen lernen durfte:

Ja, das erweckt Vertrauen — vor allem das wunderbare Passfoto aus den späten 50ern! Ich werd gleich mal anrufen, aber vorher muss ich mir noch das günstige Viagra aus Armenien bestellen, einem reichen nigerianischen Erben dabei helfen, seine Goldbarren nach Nicaragua zu schaffen und für die nette Russin, die mir immer E-Mails schickt, ein Flugticket buchen!
Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz
Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den Exzerpt-Feed.
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.
Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294

mit dem Car gehts ab zur Kaffeefahrt
Die Firma DVA Delta Vital AG lädt momentan in den Dörfern Sisikon, Morschach, Brunnen, Ibach und Schwyz zur Kaffeefahrt. Bereits im Car muss ein Kaufvertrag von 1848 Fr. unterschrieben werden.
Heute Morgen war ein Schreiben bei uns im Briefkasten, welches uns über einen angeblichen 3. Gewinn von 500 Fr. informierte. Logisch, es handelt sich um eine Kaffeefahrt. Bei der auf übelster und gewalttätige Art und Weise dem Teilnehmer überteuerte Produkte aufgeschwatzt werden.
Der Car würde am 14. September um 5:50 Uhr ab Sisikon, 06:05 Uhr ab Morschach, 06:20 Uhr ab Brunnen, 06:30 Uhr ab Ibach und 06:35 Uhr ab Schwyz fahren. Also Zeiten jenseits von Gut und Böse. Völlig offen ist hingegen wohin die Fahrt geht.
Bereits im Car müssen angeblich zwei Kaufverträge im Wert von 1848 Fr. unterschrieben werden. Wer sie nicht unterschreibt, wird auf der Stelle aus dem Car geworfen und muss selber schauen wie er nachhause kommt.
Schenke diesem Schreiben keine Aufmerksamkeit und vor allem melde dich nicht an. Die Firma wird dir keinen Gewinn überreichen. Was sie wollen ist dein Geld. Bekommen sie dies nicht, so kommt Gewalt ins Spiel.
UnterstützenKunde: „Sie sind doch Designer, Sie arbeiten doch auch in Photovoltaik, oder nicht?“
Ich: „Wir müssen die bisher entstandenen Kosten verrechnen.“
Kunde: „Bedrohen Sie mich?“
- (via clientsfromhell)







