Naturnahe Umgestaltung des Außenbereiches am BV-Süden

Erste Arbeiten Juni 2023


Aus Totholz wird neues Leben

Der Totholzhaufen ist einer der wichtigsten Naturelemente im Garten, er steckt voller Leben und bietet einer Vielzahl von Lebewesen Schutz vor Kälte, es ist eine Versteckmöglichkeit, eine kuscheliger Wohnraum, ein Jagdrevier und eine Kinderstube zugleich.

Nicht nur im Garten, auch in unseren heimischen Wäldern sind beispielsweise Insekten, Pilze, aber auch viele Vögel, Kröten und Eidechsen auf Totholz angewiesen. So leben in Deutschland etwa 6000 beeindruckende Käferarten. Rund 1350 von ihnen leben in Holz, viele davon benötigen für ihre Entwicklung bereits abgestorbene und zerfallende Bäume und Material, das von Bakterien und Pilzen bereits in seine Bestandteile zersetzt wurde. An Material herrscht im eigenen Garten oft wenig Mangel, denn nach dem Schnitt von Bäumen und Sträuchern von Oktober bis Februar des Jahres wissen wir oft gar nicht, wohin mit dem Schnitt¬gut. In unseren heimischen „aufgeräumten“ Wäldern und Parks gibt es allerdings durch die Landschaftspflege und die forstlichen Intensivnutzung kaum Totholz. Viele bedrohte Tierarten sind auf den Unterschlupf und 

die Nahrungsangebote in dem Holz angewiesen.Einen genauen Bauplan oder eine Anleitung für die Anlegung eines artenreichen Lebensraums in Form eines Totholzhaufens gibt es nicht. Wild darf es sein! Abgestorbenes Holz, Schnittreste, alte unbehandelte Holzbalken, Baumstümpfe und Wurzeln in verschiedenen Größen. Die Natur hat keine festen Regeln, ob die verwendeten Materialien geschichtet oder wild aufeinandergelegt werden. Der Totholzhaufen muss auch nicht in einem Stück gebaut werden und lässt sich mit neuem Material beliebig erweitern und vergrößern.

Quelle: Website des NABU Mecklenburg-Vorpommern

Der Lesesteinhaufen – ein besonderer Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt


Die Entstehung der Steinhaufen ist historisch bedingt. Ohne die Landwirtschaft gäbe es sie nicht. In unseren eiszeitlich geprägten Böden verbergen sich Unmengen von Steinen jeder Größenordnung. Diese werden durch das Pflügen und die Bodenerosion zu Tage gefördert. Die Brocken können die landwirtschaftlichen Maschinen schädigen und sind ein Hindernis für die Bewirtschaftung der Felder. Also lesen die Landwirte die Steine auf und legen sie mitunter an Sammelstellen am Feldrand ab, wo sie nicht stören.

So entstanden und entstehen sie auch heute noch, die sogenannten Lesesteinhaufen. Wenig bekannt ist, dass diese scheinbar leblosen, steinernen Landschaftselemente auch als Lebensraum dienen und unter Umständen gesetzlich geschützt sind.  Quelle: Website des NABU Mecklenburg-Vorpommern


Lesesteinhaufen sind wertvolle Trittsteinbiotope, die im Netzwerk der Kleinstlebensräume für viele Insektenarten wie Marienkäfer, Spinnen, Bienen, Hummeln bis hin zu den Reptilien – Schlangen, Kröten, Unken und Eidechsen – lebensnotwendig sind. Die Steinhaufen dienen als Schlafplatz, Winterquartier, Kinderstube aber auch als Jagdrevier

Denn die Steinhaufen sind extrem trockene und warme Lebensräume. Sie bieten ähnliche Bedingungen wie Trockenmauern: Intensive Sonneneinstrahlung und geringes Wasserhaltevermögen fördern die Besiedlung von wärme- und trockenheitsliebenden Pflanzen. Dazu kommt, dass die Steine über Tag die Sonnenwärme speichern und diese dann nachts abgeben. Diese besonderen Bedingungen machen die Steinhaufen zu diesen so wertvollen Kleinstlebensräumen für die Insekten und Reptilien, aber auch Kleinnagern wie Mauswiesel und Rötel/Brandmaus.

Quelle: Wikipedia und NABU Mecklenburg-Vorpommern

Gefährdung und Schutz

Als wertvolles Biotop werden Lesesteinhaufen heute zunehmend geschützt. Im Biotopverbund mit einer Hecke wird ein räumlicher Kontakt zu weiteren Arten hergestellt und die wertvolle ökologische Wirkung noch verstärkt. Um eine Überwucherung zu verhindern, sollten sie nicht höher als einen Meter aufgeschichtet und mit kleineren Steinen abgeschlossen werden.

Das Zerstören oder erhebliche bzw. nachhaltige Beeinträchtigen eines Lesesteinhaufens wird mit Geldbußen bis 10.000,– Euro (Bbg) bzw. bis 100.000,– Euro (MV) geahndet. (§ 73 Abs. 1 Nr. 9, 74 NatSchG BBg, § 43 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 3 NatSchAG M-V)

Nach der „Roten Liste Biotoptypen“ Baden-Württembergs sind Lesesteinhaufen „gefährdete Biotope“ nach Gefährdungskategorie 3 und werden naturschutzfachlich als Biotoptyp „von geringer bis mittlerer Bedeutung“ bewertet.

Quelle: Wikipedia