Brandenburg an der Havel - Erfrorene Kühe auf vereister Wiese: Straftatbestand wird geprüft

Fr 12.01.24 | 17:29 Uhr
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Bilder des Tages: Erfrorene Kühe am 11.01.2024 in Brandenburg. (Quelle: rbb)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 11.01.2024 | Nachrichten | Bild: rbb

Die erfrorenen Kühe, die am Donnerstag auf einer vereisten Wiese in Brandenburg an der Havel gefunden wurden, gehören einem Bauern aus Groß Kreutz (Havel) im Kreis Potsdam-Mittelmark. Das bestätigte Thomas Messerschmidt, Sprecher der Stadt Brandenburg an der Havel, rbb24 auf Nachfrage. "Die Amtstierärztin prüft nun, ob ein Straftatbestand vorliegt", sagte Messerschmidt.

Lebende Kühe zurück im Stall

Die drei lebend gefundenen Kühe wurden am Abend in ihren Stall gebracht, untersucht und versorgt, sagte Messerschmidt. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Der Abtransport der vier verendeten Tiere aus dem vereisten Überflutungsgebiet gestalte sich schwierig und liege in Verantwortung des Bauern. Die toten Tiere lagen am Freitagnachmittag noch immer festgefroren vor Ort.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Kühe unbeaufsichtigt in dem Gebiet waren und teilweise erfroren sind, sei noch nicht bekannt und werde jetzt geklärt, so Messerschmidt.

Landwirt weist Vorwurf der Vernachlässigung zurück

Potsdam-Mittelmarks Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert zufolge weist der Landwirt den Vorwurf zurück, er habe sich nicht um die Kühe gekümmert. Er habe gegenüber dem Kreis angegeben, die Kühe seien entlaufen und er habe sie nicht gefunden. Der Fundort sei nicht die Koppel gewesen.

In der kommenden Woche will sich der Kreis den Hof in Groß Kreutz anschauen. Man will kontrollieren, ob die Tiere gut versorgt sind, so der Kreissprecher.

Unterdessen teilte die Tierschutzorganisation PETA Deutschland am Freitag auf X (früher Twitter) mit, sie habe "Strafanzeige wegen Tiertötung und Tierquälerei erstattet".

An dem Rettungseinsatz waren acht Feuerwehrleute beteiligt. Sie hatten unter anderem eine Drohne dabei, die sonst bei Waldbränden zum Einsatz kommt, so Stadtsprecher Messerschmidt. Sie wurde eingesetzt, um die Tiere auf dem unübersichtlichen Gelände zu finden.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 11.01.2024, 19:30 Uhr

62 Kommentare

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  1. 62.

    Es gab Zeiten, da standen Rinder das ganze Jahr über draußen. Und da herrschte noch richtiger Winter und kein Klima.
    Aber, da tummeln sich hier wieder die "Wissenden" und "Ahnungshabenden".
    Da kann der Landwird schon froh sein, dass sie nicht dem allgemeinen vorherrschenden Tenor gefolgt, den Landwirt als AfDler, Rechtsradikaler oder was sonst nicht in die Richtung Diskreditierung geht, nennen.

  2. 61.

    Prinzipiell gebe ich Ihnen recht. Aber als Besitzer von Tieren bin ich in der Pflicht, mich zu kümmern. Die Tiere sind von uns Menschen…meistens….abhängig. Und bei solchen Temperaturen muss ich mich kümmern. In den Stall holen oder dergleichen. Ja, es ist ohne weitere Kenntnisse leicht vorzuverurteilen. Dennoch spricht es für mich von einer Verantwortungslosigkeit lebenden Wesen gegenüber, die mich schüttelt.

  3. 60.
    Antwort auf [Max] vom 13.01.2024 um 20:23

    Tiere sind abhängig von Ihren Haltern, Obdachtlose erfahren Hilfe vom Staat oder gemeinnützigen Organisationen. Ihr Argument "sowas passiert" ist für mich nicht nachvollziehbar und ignorant.

  4. 59.

    Der Sachverhalt wird ja nun glücklicherweise offiziell amtlich untersucht. Den Straftatbestand hier nicht zu sehen fällt allerdings für Außenstehende schwer. Ich würde hier zur Schuldminderung Alkohol- oder Drogenkonsum heranziehen, wirkt in Deutschland immer.

  5. 58.

    Offensichtlich scheinen dem Landwirt (oder der Agrargenossenschaft? - ein bisher nicht bekannter aber nicht unwesentlicher Fakt) die Tiere, ausgebrochen oder nicht, nicht wirklich zu interessieren. Wenn ich für meine Tiere verantwortlich bin und ich das Geschöpf auch wertschätze, gehe ich auf die Suche oder melde das Ausbruchsgeschehen. Beides scheint hier ja nicht erfolgt zu sein. Wie man es dreht oder wendet, trifft die Schuld einen Verantwortlichen des Betriebes. Die Anzeige von Peta ist hier sehr wohl gerechtfertigt. Nur weil andere Fälle leider nicht aufgedeckt werden, ist dieses kein Grund das Versagen des Landwirtes anzuzeigen. Ich hoffe nicht, dass die Versicherung den Schaden hier einfach begleicht.
    Die paar Tiere, lass das doch einfach unter den Tisch fallen

  6. 57.

    Wahrscheinlich sind die armen Tiere vor Hunger ausgebrochen, denn wie sollten sie auf der überfluteten Weide Futter finden? Das liegt in der Pflicht des Besitzers für Nahrung zu sorgen, hat ihn aber anscheinend tagelang nicht interessiert. Ich bin entsetzt und mir kann Keiner erzählen er hätte sich gekümmert.

  7. 55.

    In der kommenden Woche schon will man sich den Hof anschauen… Aha! Da fährt man sofort raus und schaut den sich an. Nennt sich Gefahrenabwehr und da kündige ich vor den Besuch nicht auch noch an… „Also lieber Bauer, wenn Sie dann mal Zeit haben, alles aufgeräumt und die Tiere gestriegelt haben, dann sagen Sie uns doch vielleicht mal Bescheid. Wenn nicht, auch nicht schlimm, dann melden wir uns vielleicht noch einmal bei Ihnen!“

  8. 53.

    Anstatt auf seine Tiere zu achten wahrscheinlich sich auf Demos konzentriert. Unbegreiflich, wie manche Menschen sind. Tiere entlaufen….. dann sucht man sie.

  9. 52.

    Der Eindruck entsteht, dass jedes noch so kleine Negative aufgegriffen wird, um die Bauernproteste so zu bgleiten.

  10. 51.

    Wahrscheinlich kennt hier keiner der Kommentierenden die genauen Umstände - trotzdem wird geurteilt, verurteilt.
    Auch in unserer Umgebung leben Rinder auf großen Flächen, manchmal sind sie zu sehen, manchmal verstecken sie sich zwischen Bäumen und Sträuchern. Dass sie so nicht immer sofort zu finden sind ist durchaus gewollt. Dass die Umstände nun zum Tod einiger Tiere führt, ist äußerst tragisch. Ein Urteil über den Bauern ist ob der fehlenden Informationen derzeit nicht möglich!

  11. 50.

    Ich habe nicht geschrieben, dass grundsätzlich keine toten Tiere abgebildet sollen, sondern mich auf diesen konkreten Fall bezogen. Die Tiere in diesem Fall sind nicht durch ein Verfahren gestorben, von dem unsere Gesellschaft, mindestens aber das gesetzgebende Organ ausgeht, dass es mit dem Tierschutz in Abwägung mit anderen Interessen vereinbar ist, sondern die Kühe sind auf eine Art und Weise gestorben, dass strafrechtliche Aspekte geprüft werden.

  12. 49.

    Da war der Herr Landwirt wohl zulange mit dem Trekker auf der Demo. Kollateralschaden, zahlt ja die Versicherung. Tierwohl interessiert diese Branche in den seltensten Fällen.

  13. 48.

    Also im Bericht wird doch gesagt das die Feuerwehr mit Drohnen suchte nach den Tieren, und das sie nicht auf dem Gelände des Bauern gefunden wurden. Der Bauer gibt an die Tiere seien entlaufen, und er habe dem Landkreis / Gemeinde das gemeldet. Und das wird auch stimmen, denn 8 Feuerwehr-Bedienstete werden ja nicht einfach so mit Drohnen nach Kühen suchen. Da wird weder ein Straftatbestand noch Tierquälerei vorliegen und auch nicht Vernachlässigung. Die Anzeige kann sich Peta sparen. Es ist traurig, natürlich, aber wie oft entlaufen Kühe, Schafe Pferde, da gibt es hunderte Fälle im Jahr.

  14. 47.

    Es soll auch große Tiere geben (ebenfalls Rinder) die mit wesentlich niedrigen Temperaturen klar kommen und nicht auskühlen und verenden.

  15. 46.

    Die Kühe müssen doch aus Verzweiflung gemuht haben, verstehe nicht, das man da nichts findet.

  16. 45.

    Als verantwortungsbewusster Bauer weiß ich doch, wo meine Tiere sind. Wenn Hochwasser droht, hole ich sie doch rein, oder? Und wenn ich aus dem Wetterbericht entnehmen kann, dass die überfluteten Gebiete gefrieren, dann hole ich sie doch erst recht in den Stall! Die Viecher tun mir leid, und ich verstehe den Bauern nicht, dass er sich nicht um seine Tiere kümmert und regelmäßig nachguckt, wie es denen geht.

  17. 44.

    Beim Oderhochwasser '97 sind in der Ziltendorfer Niederung Hunde in der Hütte und sogar Tauben im Schlag ertrunken, weil man die Besitzer nicht mehr auf ihren Hof ließ, weil man die „Flutwelle“ erwartet hat. Man hätte mindestens eine Woche Zeit gehabt, noch vieles zu retten - aber es war Panik angesagt- da passiert sowas.

  18. 43.

    Für unterkühlte, kranke Tiere hätte er Tierarztkosten zu zahlen. So war es ihm vielleicht genehmer. Dass er sich nicht um die toten Tiere kümmert, zeigt doch sein fehlendes Verantwortungsgefühl.
    Er sucht mit Sicherheit noch einen zahlenden Verwerter für die erfrorenen Kühe.
    Bitte die Tiere abholen lassen und dem Bauern die Kosten in Rechnung stellen. Ein Tierhalteverbot wäre hier angebracht.

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