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Tiere

Singdrossel

Turdus philomelos · Familie: Drosseln (Turdidae)

Singdrossel, Singvogel, Vogeluhr
Foto: Mauritius Images
Die Singdrossel erkennt man daran, dass Brust und Bauch cremefarben bis weiß sind und zahlreiche dunkelbraune Flecken haben.

MERKMALE

Singdrosseln sind mit 23 cm Länge kleiner und zierlicher als ihre Verwandten, die Amseln. Männchen sind minimal größer, unterscheiden sich sonst aber kaum von den Weibchen.

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Kopf, Nacken und Rücken sind unauffällig graubraun. Von der Kehle über die Brust bis zum Bauch ist das Gefieder cremefarben bis weiß und trägt zahlreiche dunkelbraune Flecken, die sich zur Kehle hin verdichten.

  • Nest: nach oben geschützt in Nadel- und Laubbäumen oder Aufforstungen

  • Eier: 4 bis 6 Stück, ca. 2,5 cm lang, lass blaugrün mit dunklen Punkten

  • Brutverhalten: 2 Bruten; Brutdauer 12 bis 14 Tage; das Weibchen baut Nest und brütet alleine; Männchen füttert mit; Saisonehe

Servus Mondpost

LEBENSWEISE 

Die Singdrossel ist ein weit verbreiteter sommerlicher Bewohner von dichten Nadel- und Mischwäldern, lebt aber immer häufiger auch an den Rändern von Siedlungsgebieten – dort vor allem in Parks und auf Friedhöfen.

Die meisten heimischen Vögel ziehen im Winter nach Süd- und Südwesteuropa, kehren aber schon ab Februar in die Brutgebiete zurück. Diese Züge sind leider immer noch eine Bedrohung für die Singdrosseln, denn die Unsitte, sie zu fangen und zu verzehren, wird in mediterranen Ländern bis heute gepflogen.

Während ihrer Zeit in Mitteleuropa ernähren sich die Vögel vor allem von Insekten, deren Larven sowie Regenwürmern, Spinnen und auch Schnecken.

GESANG

Wenn im zeitigen Frühjahr die ersten lauthals vorgetragenen Singvogellieder erklingen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, einer Singdrossel zu lauschen, sehr groß. Von hohen Warten aus trällern die Drosseln ihre arttypischen Strophen.

Diese bestehen aus mehrfachen Wiederholungen zwei- und dreisilbiger Bestandteile; etwa „didüwitdidüwit-didüwit“ oder „zidüzidü-zidü“. Dazwischen streut die Singdrossel kurze Triller und mitunter täuschend echte Imitationen anderer Vögel und Zivilisationslaute (Handys, Sirenen etc.) ein. Flug und Kontaktrufe klingen wie ein kurzes „Zick“.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Turdus musicus oder Merula musica lauten alte wissenschaftliche Namen für die Singdrossel, die auch Zippe oder Sommerdrossel genannt wird. Im Voralpengebiet heißt sie auch noch Drescherl oder Droschl.

WISSENSWERTES 

Schnecken sind die Lieblingsnahrung von Singdrosseln. An das Innere des Gehäuses gelangen sie mit einer raffinierten Technik: Die Gehäuse werden mit dem Schnabel so lange auf Steine geschlagen, bis sie aufbrechen. Solche Fundorte mit Schneckenhausscherben nennt man Drosselschmieden.

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