Appalachian Voices

Autor
Willa Mays, Executive Director
Organisation
Appalachian Voices
Verwendete Tools
Google Earth, Google Maps Platform

Appalachian Voices ist eine gemeinnützige Umweltorganisation, die sich dem Schutz des Landes, der Luft, des Wassers und der Gemeinden in der zentralen und südlichen Appalachen-Region verschrieben hat. Wir setzen uns dafür ein, die Auswirkungen der Kohleförderung auf die Region einzudämmen und eine Perspektive für eine Zukunft mit umweltfreundlicheren Energiesystemen zu entwickeln. In unserer Arbeit verwenden wir Google Earth und Google Maps.

Beim Bergbau in den Appalachen wird die Methode der Abförderung von Bergen eingesetzt. Dabei werden durch Sprengungen Kohleflöze erschlossen, die ansonsten schwer zugänglich wären. Diese Methode schädigt jedoch irreparabel die Umwelt, verschmutzt nahe gelegene Trinkwasserquellen, zerstört die Berge selbst unwiderruflich und steht im Verdacht, Krebs und andere Krankheiten in nahe gelegenen Gemeinden zu erregen.

Appalachian Voices hat Millionen von Menschen, darunter Entscheidungsträger, Gesetzgeber und Bürger, über diesen zerstörerischen Vorgang aufgeklärt. Wie? Die Menschen wurden ganz einfach mithilfe von Google Earth und Google Maps in über 500 zerstörte Berge in den Appalachen mitgenommen.

Realisierung

Der Kohletagebergbau verändert die amerikanische Landschaft in einer Dimension, die kaum zu begreifen ist, solange man es nicht aus der Luft gesehen hat. Jeder, der einmal mit einem Kleinflugzeug über das südliche West Virginia oder das östliche Kentucky geflogen ist, wird niemals das ungeheure Ausmaß der Zerstörung vergessen – Berg um Berg wird gesprengt und, soweit das Auge reicht, in Täler gefüllt. Die Menschen in den Appalachen, die sich für die Erhaltung ihrer Ortschaften einsetzten, haben lange von einer Möglichkeit geträumt, Journalisten, Entscheidungsträger und Tausende andere Amerikaner über die Kohlefelder der Appalachen zu fliegen, damit sie die Verwüstung mit eigenen Augen sehen können, und sie dann die Ortschaften besichtigen und die Geschichten der Menschen hören zu lassen, die die Konsequenzen von dem erdulden müssen, was manche "billige Energie" nennen.

Appalachian Voices konnte mithilfe von Google Earth eine Annäherung an eine solche Tour erstellen. Sie ist für jedermann zugänglich, der einen Computer mit einem High-Speed-Internetzugang hat. Damit steht sie Millionen von Menschen zur Verfügung. Besucher der Google Earth-Ebene können ein großes Bergbaugebiet in hoher Auflösung entdecken, in Videos aus erster Hand von den Bergen und den Gemeinden dort erfahren und einen Vorher-Nachher-Vergleich von hunderten von Bergen sehen, die durch die Abförderung zerstört wurden. Außerdem lässt sich das Erlebnis vertiefen, wenn sie den knapp 40 Quadratkilometer großen Hobet-Minenkomplex in West Virginia über 36 verschiedenen Städten in den USA einblenden, um sich das schiere Ausmaß der Zerstörung zu vergegenwärtigen.

Der Hobet-Tagebergbau in den Jahren 2011 (links) und 1984 (rechts) vor Beginn der Kohleförderung

Wir wollten auch ein Tool erstellen, das es den Amerikanern erlaubt, ihre persönliche Verbindung zum Tagebergbau in den Appalachen zu ergründen. Wenn Besucher ihre Postleitzahl in unsere einfache und intuitive interaktive Karte "My Connection" eingeben, sehen sie ihre direkte oder indirekte Verbindung zur Abförderung von Bergen über ihren lokalen Stromversorger. Auf der Website werden sowohl Grafik- als auch Textelemente verwendet, um die Verbindung des Nutzers zum Tagebergbau zu erläutern. Es findet sich dort auch eine erzählerische Beschreibung der von der Mine betroffenen Gemeinden. Diese Karte wurde mithilfe der Google Maps Platform, KML und einer MySQL-Datenbank erstellt.

Interaktive Karte "My Connection" von Appalachian Voices

Das neueste Tool auf iLoveMountains.org heißt The Human Cost of Coal. Es besteht aus einer Ansammlung von Daten aus verifizierten Regierungsquellen und von Experten begutachteten wissenschaftlichen Studien, die auf einer Google Maps-Karte dargestellt werden. Entwickelt wurde das Tool von Appalachian Voices und unseren Partnern bei The Alliance for Appalachia und zeigt den Zusammenhang zwischen der Kohlegewinnung durch die Abförderung von Bergen und zunehmenden Gesundheitsproblemen, geringerer Lebenserwartung und hohen Armutsraten in den Zentralappalachen.

In Gebieten, die vom Tagebergbau betroffen sind, gibt es mehr als doppelt so viele Fehlbildungen bei Neugeborenen wie bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben. Kreislauferkrankungen und Erkrankungen der Atemwege werden sogar über zehnmal häufiger als bei Neugeborenen von Raucherinnen festgestellt.

Vernon Haltom von Coal River Mountain Watch

Für die Ebene "The Human Cost of Coal" werden nationale Daten herangezogen, etwa die Armutsraten der US-amerikanischen Statistikbehörde (US Census Bureau), der Gallup-Healthways Well-Being Index sowie Daten zur Lebenserwartung und Einwohnerzahl der Behörde für Gesundheitsstatistiken und Wirkungsevaluation in den USA (Institute for Health Metrics and Evaluation). Die Website enthält auch Zusammenfassungen für mehr als zwanzig begutachtete wissenschaftliche Studien, in denen nachgewiesen wird, dass Gesundheitsprobleme wie Herz-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen, Krebs, geringes Geburtsgewicht und gravierende Fehlbildungen in Gemeinden in der Nähe von Minen mit dieser Form des Tagebergbaus signifikant höher sind.

Die Veränderung der Lebenserwartung nach Land in Gebieten, in denen Kohle durch die Abförderung von Bergen gewonnen wird, werden in der interaktiven Karten von The Human Cost of Coal verdeutlicht.

In den Appalachen gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass wir das, was wir dem Land zufügen, auch den Menschen zufügen. Das Projekt "The Human Cost of Coal" bestätigt, dass in diesen Worten viel Wahrheit steckt.

Ein weiteres aktuelles Projekt von Appalachian Voices ist Appalachian Water Watch. Dieses Programm kombiniert die praktische Überwachung der Wasserqualität durch die Bewohner mit den hochmodernen Kartenfunktionen von Google Maps, um die negativen Auswirkungen des Bergbaus auf die Wasserqualität zu belegen. Die Bevölkerung der Appalachen in Regionen mit Kohlebergbau wird zuerst geschult und mit dem nötigen Wissen, den erforderlichen Instrumenten und professioneller Unterstützung versorgt. So können die Ströme, Flüsse und Teiche vor Ort auf Verschmutzung hin überwacht werden, die durch Kohleabbau über die Abförderung von Bergen verursacht wird. Die Bürger geben dann Daten wie GPS-Koordinaten, Leitfähigkeits- und pH-Werte sowie das Wetter zum Erhebungszeitpunkt in Google Maps ein. So können sie die Wasserqualität überwachen und die Daten den Gemeinden zur Verfügung stellen, damit sie problematische Gegenden ermitteln können, um die Bevölkerung und die Flüsse der Zentralappalachen besser zu schützen. Appalachian Voices, unsere Partner und betroffene Bürger haben bereits Klage gegen Kohlebergbauunternehmen wegen Verstößen gegen den Clean Water Act in Kentucky eingereicht und prüfen derzeit potenzielle Verstöße in anderen Bundesstaaten mit Kohlebergbau.

Google Earth hat uns ganz neue, revolutionäre Mittel an die Hand gegeben, wie wir andere darüber informieren können, was hier in den Appalachen passiert. Ohne dieses Tool würden Hunderttausende nichts über die Zerstörung meiner Heimat erfahren.

Benji Burrell, Technologe bei Appalachian Voices

Auswirkungen

Vom Einsatz von Google Earth und Google Maps durch Appalachian Voices wurde in den nationalen Medien umfassend berichtet, wodurch diese Innovation große Anerkennung fand. Das Problem hinsichtlich der Kohlegewinnung über die Abförderung von Bergen wurde so viel mehr Menschen nahegebracht. Die Google Earth-Ebene "iLoveMountains" wurde in Hunderten von Live-Präsentationen verwendet – von kleinen Kirchengemeinden und Rotary Clubs bis hin zu großen Konferenzen und programmatischen Präsentationen. YouTube-Videos, in denen die Ebene vorkommt, wurden bis heute von über 800.000 Nutzern angesehen. Prominente und Entscheidungsträger wie Leonardo DiCaprio, Robert F. Kennedy, Jr., Woody Harrelson, Sheryl Crow, Kathy Mattea, der Kongressabgeordnete Frank Pallone und Senator Lamar Alexander haben die Nachricht von den Tools zu "iLoveMountains" verbreitet.

In den zehn Tagen nach der Veröffentlichung der Ebene "Abförderung von Bergen in den Appalachen" in Google Earth trugen sich 13.000 Menschen aus jedem einzelnen Bundesstaat der USA sowie aus mehr als 30 Ländern für eine Onlinepetition ein, um sich gegen die Entsorgung der Bergbauabfälle in Gewässern einzusetzen. Dadurch wurde nicht nur die Aufmerksamkeit der regionalen und nationalen Medien auf dieses Problem gezogen, sondern auch die Anzahl der Zugriffe auf iLoveMountains.org und die der Menschen, die sich der Bewegung anschlossen, um die Abförderung von Bergen aufzuhalten, stiegen rasant an.

Appalachian Voices und unsere Partner in The Alliance for Appalachia haben durch unsere Arbeit mit Google Earth und Google Maps mehrere Siege errungen. In den letzten fünf Jahren haben wir mit Hunderten US-Kongressabgeordneten und ihren Mitarbeitern über den Tagebergbau in den Appalachen gesprochen – gerüstet mit Bildern und Medien, die wir mit unseren Google-Tools generiert hatten. In diesem Zeitraum haben über 200 Kongressabgeordnete beider Parteien sowohl im US-Parlament als auch im US-Senat den wichtigen Schritt getan, eine Gesetzgebung zu unterstützen, durch die der Abförderung von Bergen unterbunden werden soll.

Das Appalachen-Gebirge stellt eine lebendige und dauerhafte Kultur dar. Es beherbergt eine faszinierende Artenvielfalt und birgt ein enormes Wirtschaftskapital. Mit Google Earth und Google Maps hat Appalachian Voices Kohlebergbaugemeinden zur Zusammenarbeit angeregt, ihre Geschichte publik gemacht und überzeugende Argumente für den Schutz dieser lebenswichtigen Ressourcen geliefert.